Freitag, März 28, 2014

Blog Nr. 400: Interview mit Oswald Menninger, Geschäftsführer des Paritätischen Landesverbandes in Berlin

Die Bedeutung des Ehrenamtes im Paritätischen in Berlin

Unser Ehrenamts-Blog schreibt seinen 400sten Beitrag. Wir haben viele Themen beleuchtet, viele Facetten von Ehrenamt vorstellen können. Zum Jubiläum treffe ich auf Oswald Menninger, den Geschäftsführer des PARITÄTISCHEN Landesverbandes Berlin e.V., welcher um die 700 Mitgliedsorganisationen in Berlin in seiner Mitgliedschaft hat und somit verbindet. Ich frage ihn nach seinen langjährigen Erfahrungen und nach der Bedeutung des Ehrenamtes für den Verband. Und es wird eine Reise zu den Herzen, zu den Wurzeln und zu den Hoffnungen. Aber lesen Sie selbst:

Welche Geschichten fallen Ihnen ein, wenn Sie an sich in Ihre Arbeit hier beim Paritätischen und das Thema Ehrenamt denken? Was hat Sie beeinflusst?
Ich komme ja aus einer Tradition der „Nach68er“ und bin dementsprechend politisiert worden. Daher waren miröffentliche Auszeichnungen oder Ehrungen vollkommen suspekt. Als ich dann hier im Verband praktisch erlebte, wie wichtig es für die Menschen ist, dass wir sie ehren und wahrnehmen für das was sie tun, habe ich mein Bild über diese Anerkennungen radikal geändert: heute finde ich diese Veranstaltungen toll und wir fördern das ausdrücklich. Unser Verband gibt unter anderem einen jährlichen Ehrenamtsbruch für 100 Ehrenamtliche, die Stimmung dort ist immer besonders schön. Bei einer ähnlichen Gelegenheit habe ich einmal eine beeindruckende Dame kennengelernt. Sie war damals um die 90Jahre alt und wir hatten ein so anregendes Gespräch – sie ist mir bis heute im Gedächtnis geblieben. Die Menschen sind das Beeindruckende am Ehrenamt.

Ja, Anerkennung ist ein ganz großes Thema – die gemeinsame Arbeit von Hauptamtlichen und Ehrenamtlichen ein anderes.Aus meiner Erfahrung gab und gibt es da immer wieder Schwierigkeiten, erlebten Sie das auch so?
Als wir im Verband  Mitte/Ende der 90er Jahre wieder angefangen haben, das Ehrenamt systematisch zu fördern und als genuinen Bestandteil  wohlfahrtspflegerischer Arbeit anzusehen, hat es viele kontroverse Diskussionen gegeben. Vor allem Hauptamtliche haben hinter der der Zielsetzung das Ehrenamt wieder zu pflegen, dem BürgerschaftlichenEngagement wieder zu seiner ursprünglichen Bedeutung zu verhelfen, eine neoliberale Sozialstaatsstrategie wahrgenommen, die dazu führen soll, dass professionelle Arbeit wieder von Ehrenamtlichen übernommen werden soll,um den Staat zu entlasten. Ja, das Land war und ist tatsächlich enorm überschuldet und wir hatten deshalb schwierigeDebatten. Ich habe aber immer dagegen gehalten mit dem Argument: Ehrenamt kann nie Ersatz für professionelle Dienstleistungen sein. Aber ich will nicht in einer Gesellschaft leben in der alle Probleme ausschließlich professionell bewältigt werden.

Menschen sollen ihre Umgebung wahrnehmen und sichumeinander kümmern?
Genau. Ich komme vom Land mit nicht einfachen aber doch recht intakten Strukturen, wo Menschen in der Not füreinander da sind. Das hab ich im Leben selbst für mich praktiziert. So habe ich jahrelang eine alte Frau, als es noch keine Pflegeversicherung gab, die unter mir im Keller wohnteunterstützt. Das war die letzte Kellerbewohnerin in Kreuzberg Ende der 70er Jahre.
Anfangs war es z.B. nur Hilfe beim Einkauf, aber dann wurde sie älter und konnte ihren Haushalt nicht mehr selbst organisieren. Damals war ich Student und für mich war es selbstverständlich, mich regelmäßig um sie zu kümmern, denn es gab noch keine Sozialstationen. Sie wohnte ja unter mir.
Und dieses Bild, dass man für andere Sorge trägt, habe ich auch im Verband verfolgt. Gerade wo doch die Wohlfahrtspflege ihre Wurzeln in der Ehrenamtlichkeit hat und nicht in der Hauptamtlichkeit. So war es mir wichtig, dass beides zusammen funktionieren muss. Professionelle Dienstleitungen und ein Netzwerk an nachbarschaftlicher Unterstützung, an Selbsthilfe damit die Gesellschaft zusammenhält.

Kommt durch Ehrenamt sozusagen wieder die Gesellschaft mit an den Tisch der Professionellen?
Ja. Und das ist wichtig. Es gab immer Menschen, die sich ehrenamtlich um die Lösung von aktuellen Problemen gekümmert haben. Erst ab einem gewissen Punkt kam der Staat auf den Plan und es entstanden professionelle Hilfen. Das letzte große Beispiel dafür war die Pflegeversicherung von 1995, aber so war es auch u.a. bei der Hospizbewegung in den 90ern, in der Behindertenhilfe in den 60er/70er Jahren: die Vorreiter großer Reformen waren engagierte Menschen, die den Staat in die Pflicht genommen haben. Die neuste Entwicklung sind die Schulfördervereine. Hier wird aus einer Problemwahrnehmung heraus durch zunächst engagierte Eltern aber auch durch Lehrer eine Reform vorangebracht. Schulen sollen wieder besser werden und diese notwendigeEntwicklung wird durch Engagement beeinflusst. Solche Beispiele gibt es noch viele.

Ich weiß aus eigener Erfahrungdass es bei solchen Prozessen natürlich zu starken Reibungen kommt. Hier höre ich dann oft, dass die Ansprüche der  Menschen an Qualität enorm gestiegen sind. Die Latte hängt hoch. Und das kollidiertgleichzeitig noch mit dem Fachkräftemangel. Soll uns jetzt das Ehrenamt retten?
Nein das sehe ich anders: das Ehrenamt sorgt dafür, dass wir die Diskurse bekommen in denen die verschiedenen Aspekte der Erwartungen an Einrichtungen der Daseinsvorsorgevernünftig geklärt werden und im Diskurs sinnvolle Regelungen gefunden werden. Wenn der Staat allein mit seinen bürokratischen Lösungsmustern eher einseitige Sichtweisen zum Maßstab nimmt, bietet das Bürgerschaftliche Engagement die Möglichkeit, sich mit diesen Lösungsmustern konstruktiv auseinanderzusetzen, um noch bessere Lösungen zu entwickeln.

Engagement als Realitätsabgleich?
Ja, die Menschen finden dadurch ein Sprachrohr um Ihre Interessen  in der Organisation der Hilfen einbringen zu können. Aus staatlicher und professioneller Sicht ist dasnatürlich anstrengend, weil sich mit mehr Interessenauseinandergesetzt werden muss. Aber sie haben ja auch eine Aufgabe zu erfüllen.

Gesellschaft verändert sich schnell. Organisationen haben mehr und mehr Probleme, wenn sie ihre Vorstandsposten zufriedenstellend besetzen wollen. Wie können soziale Organisationen für die nächste Generation attraktiv bleiben?
Da sehe ich gar nicht so viele Probleme, wenn wir auf dem Weg der Transparenz bleiben. Das ist so eine Art Zauberformel aber auch eine sinnvolle Anforderung an gemeinnützige Organisationen, dass sie das was sie tun auch transparent vermitteln können;  bis hin zur wirtschaftlichen Transparenz. Wenn man sich nicht abschottet, sondern mit dem Umfeld kommuniziert, dann kann man auch immer wieder Menschen finden, die sich dafür interessieren lassen, sich in der jeweiligen Organisation zu engagieren. Wir sollten den Blick aus dem eigenen sozialen Umfeld in andere gesellschaftliche Kreise richten, um dort Menschen zu finden, die bestens für Vorstands- und somit Führungsaufgaben geeignet sind. Im Feld der Wirtschaft sind Menschen, die gut führen können und die heute auch zunehmend bereit sind, sich zu engagieren. Denen müssen wir vermitteln, wie sinnvoll dies ist. Das gibt natürlich auch Konflikte, weil eine gemeinnützige Organisation nicht spiegelbildlich so funktioniert wie einWirtschaftsunternehmen. Ideelle Zwecke müssen erfüllt werden und Geld ist nur Mittel zur Zweckerfüllung und nicht der eigentliche Zweck. Gemeinnützige Organisationen lassen sich auch nicht so einfach hierarchisch führen wie manches Wirtschaftsunternehmen. Da braucht es entsprechende Lern- und Anpassungsprozesse. Dabei können beide Seiten voneinander lernen.

Nimmt die Sehnsucht nach sozialem Engagement in unserer beschleunigten Welt wieder zu? Gerade heute, wo man mit Geld alles kaufen kann, gibt es da wieder das Hin zu den Dingen, die man eben nicht mit Geld bekommen kann?
Sozialen Zusammenhang kann man nicht mit Geld kaufen. Sozialer Zusammenhang entsteht dann, wenn sich Individuen und gesellschaftliche Gruppen aus den Sektoren Staat, Wirtschaft und Non-Profit-Bereich austauschen. Wir arbeiten mit zwei Organisationen zusammen, die in Berlin ein aus England stammendes Konzept verwirklichen, das mittleres Führungspersonal aus allen 3 Sektoren verbindet und sie sich im Rahmen ihres Programms mit aktuellen gesellschaftlichen Problemen beschäftigen. Wir haben mittlerweile schon über 20 Stipendiaten finanziert, also Teilnehmende an dem Programm aus unseren Mitgliedsorganisationen. Die kommen alle hellauf begeistert zurück. Mir war immer wichtig, dass die abgeschottete Blickrichtung der Wohlfahrtspflege nach außenaufgebrochen und über den eigenen Tellerrand hinausgeschaut wird. Durch die Einbindung des Ehrenamts in unseren Organisationen folgt eine Öffnung nach außen und die halte ich für eminent wichtig. Und für Menschen außerhalb unseres Sektors ist es wichtig zu erkennen warum, es diese Hilfen braucht, gerade wenn man selbst nicht hilfsbedürftig ist.

Das heißt Ehrenamt bringt menschliche Qualität in die Gesellschaft?
Das würde ich immer unterstreichen. So entsteht doch dergesellschaftliche Zusammenhalt.

Und wenn Ehrenamt so eminent ist, was können wir tun, was die Monetarisierung und somit die stückweise Untergrabung des Bereiches betrifft?
Wir müssen bei dem Grundsatz bleiben: Ehrenamt ist unbezahlte Arbeit.  Ehrenamt ist freiwillig. Natürlich soll Aufwandsentschädigung gezahlt werden, keiner soll für Ehrenamt noch Geld mitbringen müssen. Deswegen machen wir als Verband die Kooperation mit der BVG und S-Bahn, wo in diesem Jahr 12.000 kostenlose Einzelfahrscheine an Ehrenamtliche verteilt werden und über unsere Stiftung stellen wir jährlich 1000 Monatsfahrkarten kostenlos zur Verfügung.Dass aber das Ehrenamt unter der Hand zu bezahlter Tätigkeit wird, lehne ich klar ab. Nichts destotrotz soll es den Bundesfreiwilligendienst geben, wo  Taschengeld gezahlt wird, weil der Dienst nicht das Ehrenamt dominiert sondern einen Randbereich darstellt. Er hat wie das Freiwillige Soziale Jahr andere Zielgruppen und dient anderen Zwecken, wie zum Beispiel der Berufsorientierung. Hier können wir mit einer Teilbezahlung leben. Diese Dienste sind eine Form von gesellschaftlicher Beteiligung, bei denen man sich ja auch verpflichtet zu einer festen Anzahl von Stunden.

Deswegen ist es meiner Meinung nach sehr sinnvoll, diese Form beim Namen zu nennenDienst.
Ich selbst kenne Organisationen, die die „Büchse der Pandora“ geöffnet haben, weil sie Aufwandentschädigung stundenweise abrechnen und nur schwerlich Ehrenamtliche finden, die sich nun ohne Geld engagieren. Da ist auch Konkurrenz um Engagierte im Spiel und Personalnot. Was tun?
Wir müssen als Verband die entsprechenden Differenzierungen durchhalten. Nur von Ehrenamt reden, wenn es echtes Ehrenamt ist und die anderen Formen von Unterstützung nutzen aber nicht vermischen. Ich würde empfehlen, geringfügige Beschäftigung auch als solches zu benennen. Wir empfehlen unseren Einrichtungen, dass wenn sie Geld bezahlen, und das ist nichts illegitimes, diese Leute nicht als Ehrenamtliche führen. Ich denke, gerade ältere Menschen, die von ihrer Rente allein kaum leben können, können sich mit 400€-Jobs sehr hilfreich betätigen und sich damit den Lebensunterhalt aufbessern.

Wenn Sie persönlich mehr Zeit hätten, welches Ehrenamt würden Sie gern ausüben?
Ich habe zwei Bilder im Kopf: ich denke einerseits schon länger drüber nach, mich im Alpenverein zu engagieren. Ich gehe gern Bergwandern und könnte mir vorstellen, auf einer Hütte zum Beispiel eine ganze Saison quasi ehrenamtlich mitzuarbeiten. Oder auf einer Alm zu helfen. Das andere ist die Idee, Kinder für gutes Essen zu begeistern also in Schulen oder Kitas zu kochen. Das könnte ich mir auch gut vorstellen.Aber dazu habe ich im Augenblick leider keine Zeit.

Ich danke herzlich für das  Gespräch.

Beate Häring










Samstag, März 22, 2014

Ehrenamt und Kolping

Kolping Europa hat im Jahre 2011 ein interessantes Papier zum Freiwilligenengagement veröffentlicht. Wir dokumentieren dies im Folgenden:




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Freiwilligenengagement im Kolpingwerk

Die Europäische Union hat 2011 zum Europäischen Jahr der Freiwilligentätigkeit erklärt. Sie will durch die Ausrufung dieses Jahres erreichen, dass sich mehr europäische Bürger im Bereich der Freiwilligenarbeit engagieren, dass staatliche Rahmenbedingungen für freiwilliges Engagement weiter verbessert werden, dass zivilgesellschaftliche Organisationen, die sich auf Freiwilligenarbeit stützen, gestärkt werden und dass Freiwilligenarbeit in der Gesellschaft eine größere Anerkennung findet.

Die Bedeutung von Freiwilligenarbeit für den Erhalt und die Funktionsfähigkeit freiheitlicher Gesellschaften ist in den letzten Jahren immer wieder betont worden. Dabei wurde auch deutlich, dass je nach gesellschaftlichen Rahmenbedingungen sich das Ausmaß und der Umfang von Freiwilligenengagement in den Staaten Europas deutlich unterscheiden und es einer Freiwilligenkultur bedarf, die dem einzelnen Bürger zu ehrenamtlichem Engagement ermutigt und den notwendigen Freiraum für freiwilliges Engagement eröffnet. Doch nicht nur die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen sind für ein Freiwilligenengagement entscheidend, sondern auch die individuellen Einstellungen und Erwartungen an ein Freiwilligenengagement. Diese Einstellungen haben sich in den letzten Jahren deutlich verändert. Bestand Freiwilligenengagement in der Vergangenheit für viele Menschen in der Bereitschaft, sich in hierarchische Strukturen von Nichtregierungsorganisationen einzubinden und etwa durch Wahl Führungsämter über einen längeren Zeitraum zu übernehmen, so suchen heute Freiwillige oft Felder zur Selbstverwirklichung und zur Mitgestaltung in einem projektorientierten, zeitlich befristeten Engagement.

Das Verständnis von Ehrenamt und Freiwilligenengagement im Kolpingwerk

Im Kolpingwerk hat das ehrenamtliche Engagement bzw. das Freiwilligenengagement eine lange Tradition. Aus Anlass des durch die Vereinten Nationen beschlossenen Jahres des Ehrenamtes 2001 hat KOLPING INTERNATIONAL für sich das Ehrenamt folgendermaßen definiert: „Ehrenamtliches Engagement ist der unentgeltliche, freiwillige Einsatz von Einzelnen für eine gemeinwohlorientierte Aufgabe, die in der Freizeit stattfindet. Ehrenamtliches Engagement kann dabei sowohl die Übernahme einer konkreten Aufgabe sein, die Ausdruck von Nächstenliebe ist und die Hilfe von Mitmenschen in einer konkreten Notsituation zum Ziel hat, wie aber auch die Übernahme einer auf längere Frist hin angelegte Aufgabe in einer Organisation, die sich gemeinwohlorientierte Aufgaben zum Ziel gemacht hat.“

Die Bedeutung und der Stellenwert des Ehrenamtes im Kolpingwerk

Im Kolpingwerk hat das Ehrenamt oder das ehrenamtliche Engagement als Ausdruck der Freiheit und Würde des Menschen und seiner Mitverantwortung für die Lösung gemeinwohlorientierter Aufgaben immer eine große Bedeutung gehabt. Dabei hat das Kolpingwerk die Erfahrung gewonnen, dass die ehrenamtliche Übernahme von Verantwortung für sich selbst, für Personen und Dinge, für das Gemeinwesen und die Gesellschaft immer spezifische Lern-, Bildungs- und
Entwicklungschancen eröffnet, die die Persönlichkeit des ehrenamtlich Handelnden stärken und ihm ein größeres Selbstvertrauen vermitteln. Neben diesen persönlichen Perspektiven für den ehrenamtlich Handelnden versteht es das Kolpingwerk aber auch als bürgerschaftliche Pflicht, sich aktiv im Sinne des Gemeinwohls zu engagieren.
Das Kolpingwerk setzt daher auf allen Ebenen in starkem Maße auf ehrenamtliches Engagement sowohl im Hinblick auf die Besetzung von Führungsämtern, wie auch bei der Durchführung konkreter verbandlicher Initiativen und Aktionen. Vor diesem Hintergrund ist das Kolpingwerk – wie alle zivilgesellschaftlichen Verbände – darauf angewiesen, immer wieder Freiwillige für eine ehrenamtliche Mitarbeit zu gewinnen. Dies setzt jedoch voraus, dass sich das Kolpingwerk den neuen und zum Teil veränderten Voraussetzungen für ein Freiwilligenengagement stellt.

1. Unterschiedliche Lebensstile brauchen unterschiedliche Zugänge zur ehrenamtlichen Arbeit
Der von jedem Individuum gewählte Lebensstil und die aktuelle Lebensphase, in der eine Person steht, haben entscheidende Auswirkungen darauf, welche Art von ehrenamtlichem Engagement eine Person attraktiv findet und wie ihre Beweggründe und Bedingungen zur Mitarbeit aussehen. Wenn das Kolpingwerk das unter seinen Mitgliedern vorhandene Potential von ehrenamtlicher Mitarbeit nutzen will, muss es immer wieder neue und verschiedenartige Wege finden, wie dieses Potential ausgeschöpft werden kann. Dabei muss es sowohl für kurzfristige projektorientierte Einsätze Angebote geben wie auch für ein längerfristiges Engagement beispielsweise durch die Übernahme von Leitungsaufgaben.

2. Kolping pflegt eine Kultur der Vielfalt der Charismen

Die Mitglieder im Kolpingwerk haben unterschiedliche Neigungen, Begabungen und Fähigkeiten, die bei der Ausgestaltung von Angeboten des Freiwilligenengagements berücksichtigt werden können und müssen. Um möglichst viel vorhandenes Potential an Freiwilligenarbeit zu nutzen oder auch Nichtmitgliedern anbieten zu können, pflegt die Kolpingsfamilie eine Auflistung von Aufgaben, die durch ehrenamtliches Engagement im Sinne des Kolpingwerkes aufgegriffen
werden könnten. Jede Kolpingsfamilie sollte so etwas wie eine Ehrenamtsbörse sein. Damit die Mitglieder ihre sicher unterschiedlichen Talente und Charismen auch als Möglichkeit zu ehrenamtlichem Engagement verstehen, muss im Kolpingwerk auf allen Ebenen eine Atmosphäre der Offenheit gepflegt werden, die unterschiedliche Talente für unter-
schiedliche Aufgaben fördert und einsetzt.

3. Ehrenamtliches Engagement bedarf der Qualifizierung

Ehrenamtliches Engagement im Kolpingwerk und in der Gesellschaft wird mit immer höheren Anforderungen konfrontiert. Daher ist das Kolpingwerk gefordert, seine Mitglieder für ihr ehrenamtliches Engagement zu qualifizieren. Das Qualifizierungsangebot sollte sich dabei sowohl darauf richten, die ehrenamtlich Tätigen in ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu stärken, wie auch, sie mit notwendigen Fachkenntnissen für das jeweilige ehrenamtliche Engagement zu qualifizieren. Die Weiterentwicklung persönlicher und sozialer Schlüsselkompetenzen sollte nach Möglichkeit durch Zertifikate bestätigt werden.

4. Kolping bemüht sich um eine Kultur der Anerkennung

Ehrenamtliches Engagement braucht Anerkennung und Wertschätzung. Im Kolpingwerk muss daher eine Kultur der Anerkennung entwickelt werden, die durch angemessene und sichtbare Formen zum Ausdruck gebracht wird. Eine zentrale Form der Anerkennung stellt der Respekt für die erbrachten Leistungen und Erfahrungen des Ehrenamtlichen dar. Dies wird vor allem auch dadurch erreicht, dass der Ehrenamtliche von den Mitgliedern und Führungskräften anderer Ebenen eine Resonanz auf seinen ehrenamtlichen Einsatz erfährt und dieser Einsatz für ihn erkennbar bemerkt und gewürdigt wird.

5. Ehrenamtliches Engagement bedarf angemessener gesellschaftlicher Rahmenbedingungen

Das Kolpingwerk sieht eine Aufgabe darin, sich für gesellschaftliche Rahmenbedingungen einzusetzen, die es Frauen und Männern gleichermaßen ermöglichen, neben ihrer Erwerbs- und Familienarbeit ehrenamtlich tätig zu sein. Regierungen sind gefordert, durch eine subsidiär angelegte Politik die notwendigen Frei- und Spielräume für ein ehrenamtliches Engagement zu schaffen, um damit auch der Zivilgesellschaft entsprechende Mitgestaltungsmöglichkeiten einzuräumen. Durch eine solche Politik erfolgt eine neue Machtbalance zwischen Staat, Wirtschaft und Gesellschaft.

Beschlossen durch die Kontinentalversammlung des Europäischen Kolpingwerkes am 1. Mai 2011 in Krakau / Polen.

Freitag, März 07, 2014

Effizient führen - so stärken und motivieren sie die Mitglieder ihrer Feuerwehr

Heute stellen wir ein neues Buch für ehrenamtliche Arbeit bei der Feuerwehr und werben dafür. Die nachfolgenden Rezension haben wir aus dem Feuerwehrblog übernommen. Wer sich den Ansehen will schaue bitte hier nach:


Hier das Buch



Und hier der Text zum Buch aus dem Blog:

Eine Mannschaft, die am Einsatzort macht, wonach ihr der Sinn steht, oder eine Führungskraft, die sich nicht durchzusetzen vermag, oder ein Führender, der sich in monarchistisch-willheministischer Autoritätsperspektive wiedererkennt, oder eine Führungsstruktur, die, zwar auf dem Papier steht, jedoch nicht gelebt wird, das sind die Ingredienzien für Demotivation und mangelnden Zielerreichungsgrad im Einsatz sowie der Einstieg in eine Stresskarriere. Nicht umsonst lautet ein Sprichwort, der Fisch stinkt vom Kopf her.
In den letzten Jahren berichteten die Tageszeitungen nicht selten über Verwerfungen, Rücktritte und Proteste in Feuerwehren, auch hauptamtliche, deren Ursache bei der Art der Führung liegt. Dabei lassen sich Probleme relativ leicht aus der Welt schaffen, wenn die Regeln und Mechanismen der Menschenführung bekannt sind, die persönliche Eignung eine Rolle bei der Besetzung von Führungsposten spielt und organisatorische Vorgaben Beachtung finden.

Effiziente Führung – Schritt für Schritt

Ausgehend von der Feuerwehr-Dienstvorschrift 100, konstatiert Ott, dass diese für sich genommen alle Facetten der Führung beschreibt – allerdings nur in der Theorie. In der Praxis gibt es Probleme, deshalb sei Führung mehr, als nur Zielerreichung, sondern beinhalte auch Motivation. Die Konzentration auf technische Spielereien reicht zum Führen nicht aus. „Technik, Taktik, Verhalten und Motivation sind Aspekte, die Führungskräfte bei ihrer Tätigkeit sinnvoll verknüpfen müssen.“ (S. 6)
„Effizient führen“ gliedert sich in vier Teile, die sich aufeinander beziehen. Die ersten beiden Abschnitte richten den Blick nach innen. In „Verhalten“ geht es um Psychologie und Kommunikationstheorie, Motivation und Bedürfnisbefriedigung, Stress und Stressoren sowie Gruppendynamik und Rollen. Das Kapitel „Einstellung“ beinhaltet die Auseinandersetzung und Einschätzung mit sich selbst und anderen, Stressabbau, Work-Life-Balance, Fragetechniken, Kommunikationsregeln, Führungsstile und deren Grundprinzipien, Selbstmanagement und Erkennen und Beherrschen von Konflikten.
Der Paragraf „Organisatorisches“ richtet den Blick nach außen und stellt die Strukturen und Rahmenbedingungen dar, die Führung braucht und die eine Führungskraft kennen muss. Ott gibt den didaktischen Hintergrund wieder, der hinter den Regeln der FwDV 100 steht, und begründet die bei der Feuerwehr vorherrschende Organisationsform. Zugleich zeigt er organisatorische Grenzen des Führens und erklärt in diesem Kontext Führungsstufen, Sachgebiete und die Führungskräftekennzeichnung.
Schließlich behandelt der Abschnitt „Methoden und Medien“ den Führungskreislauf, taktische Varianten, Arten von Anweisungen, Lageerfassung und –darstellung, Nutzung von Entscheidungshilfen sowie den Zusammenhang von Führungsstufe und Fahrzeugbeschaffung.

Verständliche Darstellung

Die bunte und lockere Gestaltung mit vielen Schaubildern und farbigen Grafiken macht das Buch gut lesbar und führt zu einem besseren Verständnis des Geschriebenen. Kernaussagen des Textes sind in einer eigenen Infobox abgegrenzt und farblich hervorgehoben. Ott gibt Anregungen für praktische Übungen z.B. rund um das Thema Kommunikation oder Gruppendynamik. Er untermauert seine Ausführungen mit passenden Beispielen aus dem Alltag oder dem Feuerwehrleben. Besonders hervorzuheben ist, dass er konkrete Handlungsanweisungen gibt, z.B. hinsichtlich des Umgangs mit verschiedenen Gruppenrollen. Am Schluss bietet Ott Arbeitshilfen wie z.B. Checklisten oder Regellisten für gute Kommunikation.
Was Ott mit dem Exkurs über das nordamerikanische ICS-System und dem Vergleich mit der FwDV 100 bezweckt, erschließt sich nicht ganz, zumal er zum Ergebnis kommt, dass beide ähnlich sind.

Fazit

Ott betrachtet das Thema Führung universeller, nicht nur aus der Perspektive des Subjekts, sondern bezieht Aspekte zur Organisation und äußeren Führungsstrukturen in seine Darstellung mit ein. Er zeigt, wie Führung funktionieren sollte. Aus diesem Grund dominiert in der zweiten Hälfte des Buches die Darstellung der FwDV 100, allerdings durchsetzt und begründet mit psychologisch-kommunikativen Erkenntnissen und Verweisen auf die vorhergehenden Kapitel. Führung hat immer zwei Seiten, eine soziale Komponente und äußere, unveränderbare Bedingungen, deren Kenntnisse einer Führungskraft jedoch nützen. Für Ott entscheidende, und sich verstärkende Faktoren für den Führungs- und Einsatzerfolg, die sich auch in den Kapiteln des Buches widerspiegeln, sind Technik und Taktik, Organisation der Führung und der Einsatzstelle, Motivation und das Verhalten von Führungskräften und Helfern sowie die eigene Einstellung.
Als praxistauglichen Einstieg in dieses komplexe, von zwischenmenschlichen und organisationssoziologischen Elementen geprägte Beziehungssystem bietet Matthias Ott mit seinem Buch „Effizient führen“ einen übersichtlichen und leicht verständlichen Ratgeber, der helfen will, Stressoren abzubauen und der Führung aus kommunikationspsychologischer Perspektive fassbar und begreifbar macht. Das Buch richtet sich explizit an werdende, neue und langjährige Führungskräfte – denn Führungskraft zu werden ist einfacher, als diese Rolle mit Leben zu füllen – und soll ihnen Methoden an die Hand geben besser zu führen.
Otts Forderung, Führung spezieller hinsichtlich der sozialen Komponenten auszubilden, mag einleuchtend sein, für einen ehrenamtlichen Helfer, der zwischen Beruf und Familie steht, würde dies ein unwillkommenes Mehr an Ausbildung bedeuten. Nicht umsonst betont Ott, dass der „kritische Umgang mit der eigenen Person und das Hinterfragen des eigenen Verhaltens“ (138) am Beginn stehen sollten.
Der wichtigste Satz des Buches am Schluss: „Jede Führungskraft ist … gut beraten, nicht alleine davon auszugehen, dass Helfer in Feuerwehren und Hilfsorganisationen aus purer Lust am helfen ihren Dienst verrichten" (S.14)





Donnerstag, Februar 27, 2014

Bürgerschaftliches Engagement als Aufgabe der Freien Wohlfahrtspflege

Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtsverbände hat zum ersten mal in ihrer Geschichte eine gemeinsame Stellungnahme zum Ehrenamt verfasst. Das war schwieriger als es scheint, den obwohl die Verbände weitgehend ähnliche Interessen verfolgen, gibt es deutliche Unterschiede zwischen ihnen, die insbesondere dann sichtbar werden, wenn es um schriftlich festgehaltene gemeinsame Positionen geht. Die Arbeit am vorliegenden Papier hat lange gedauert, aber das Ergebnis kann sich sehen lassen. Zwar ist an einigen Punkten der Kompromiss stärker sichtbar als die inhaltliche Positionierung, aber insgesamt ist ein modernes, die aktuellen Probleme anpackendes und die nächsten Entwicklungen fest ins Auge nehmendes Papier entstanden. Auf achtzehn Seiten findet man viel Interessantes. Hier jetzt die abschließenden Schlussfolgerungen und darunter ein Link zum herunterladen des gesamten Papiers.



Schlussfolgerungen 

Eine lebendige Bürgergesellschaft braucht gute Rahmenbedingungen: 



Engagementpolitik kann Ausgrenzung und Armut nicht verhindern oder Bildungsaufgaben übernehmen – sie kann jedoch förderlich wirken und muss auf die gerechte Ausstattung aller Bürgerinnen und Bürger mit den für bürgerschaftliches Engagement handlungsnotwendigen Ressourcen achten. Hierzu sollte Engagementpolitik stärker die Hemmnisse und Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger untersuchen, um moderne und neue Formen zur Förderung zu entwickeln.



In der Gesellschaft ist eine große Engagementbereitschaft vorhanden. Damit sie diese Bereitschaft in die Tat um setzen, brauchen die Bürgerinnen und Bürger eine stärkere Berücksichtigung ihrer individuellen Bedürfnisse. Dies betrifft v.a. die Faktoren Zeit, Verantwortung, Fachlichkeit und Anerkennung. Die sich daraus ergebenden Aufgaben können von Hauptamtlichen nicht nebenbei erledigt werden. Große Einrichtungen und Träger mögen die nötigen Ressourcen für ein professionelles Freiwilligenmanagement und Organisationseinheiten wie Ehrenamtsbüros oder Freiwilligen-Zentren haben. Aber nicht überall sind diese Voraussetzungen gegeben. Die positiven Erfahrungen aus verschiedenen Programmen, wie Stadtteilbüros im Rahmen von Soziale Stadt, Mehrgenerationenhäuser und auch den Gemeinschaftsinitiativen der Europäischen Union zur Strukturförderung, zeigen, wie wichtig Anlauf- und Entwicklungsstellen für bürgerschaftliches Engagement sind. Gleichzeitig fehlt es an langfristiger Förderung und Nachhaltigkeit, so dass eine bundesweite Landschaft von „Projektruinen“ existiert. Zusammen mit der Politik auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene sind hier Lösungen für eine verbindliche und nachhaltige engagementfördernde Infrastruktur vor Ort zu finden.



In der Gesellschaft hat sich ein neues Selbstverständnis von Mitentscheidung und Transparenz entwickelt, das nicht allein über Wahlen und Parteimitgliedschaften befriedigt wird. Im Gegenteil: Politik sieht sich mit neuen sozialen Bewegungen konfrontiert, die mitunter diffamierend als „Wutbürger“ bezeichnet werden. Engagementförderung hat die Aufgabe, demokratische Anliegen von Bürgerinnen und Bürgern auf zugreifen und neue Beteiligungsmöglichkeiten und Beteiligungsrechte zu entwickeln.



Unternehmen haben auch eine soziale Verantwortung. Wir begrüßen, dass Unternehmen sich zunehmend dieser Verantwortung bewusst zeigen und wollen daran mitwirken. Dabei ist in die politische Debatte stärker einzubringen, dass die Sozialwirtschaft mit ihren eigenen Ökonomieprinzipien ebenfalls ein Modell für wirtschaftliches und soziales Handeln darstellt. Innerhalb der Sozialwirtschaft gibt es eigene Aktivitäten zur Förderung des bürgerschaftlichen Engagements, die weiter ausgebaut werden sollten. Als BAGFW sehen wir unsere Aufgabe darin, hier innovative Modelle und Wege aufzuzeigen. 



Im Rahmen der Erbringung und Gewährleistung wohlfahrtspflegerischer Leistungen kommt es zunehmend zur Auszahlung von pauschalen Aufwandsentschädigungen, Honoraren oder Erstattungen für bürgerschaftliches Engagement. Diese gesetzeskonformen und politisch gewollten Zahlungen erfolgen beispielsweise über Sätze in der Kinder- und Jugendhilfe, Pflege sowie im Rahmen von Bundesprogrammen und Modellen. Wir sehen hierin einen Trend zur Monetarisierung des bürgerschaftlichen Engagements, ohne dass dieser bisher hinreichend untersucht wurde. In der Politik wird dieser Trend unterschiedlich aufgegriffen. Auch manche Stiftungen und Unternehmen setzen auf individuelle monetäre Engagementförderung. Wir sehen uns hier vor ein allein nicht lösbares Spannungsfeld gestellt:

Ein Teil der Bürgerinnen und Bürger kann oder will sich nur unter den Bedingungen von monetären Erstattungen engagieren, ein anderer Teil sieht dies kritisch als Form von Fachkräfteersatz unterhalb eines Niedriglohns. Die Bedeutung und Tragweite von monetären Erstattungen ist für verschiedene Engagementformen innerhalb der Sozialwirtschaft und auch in den anderen Sektoren zu evaluieren. Bürgerschaftliches Engagement als Austauschbeziehung auf Basis von Geld widerspricht unserem Leitbild und reduziert Engagement auf einen reinen Dienstleistungscharakter.



Bürokratie und Regulierungen betreffen auch das bürgerschaftliche Engagement, insbesondere in der Vereinsführung. Abgabenordnung, Gemeinnützigkeitsrecht und Verwaltungsvorschriften stellen unabhängig von Umsatzgrößen oder qualitativen Unterschieden zwischen kleinen Vereinen und großen Verbänden eine Herausforderung beziehungsweise Hemmnisse dar. Hier sind dringend Bürokratieabbau und deregulierende Maßnahmen vorzunehmen, um die Arbeit insbesondere von kleinen Vereinen, Jugendverbänden und Selbsthilfegruppen weiterhin zu ermöglichen. Genau auf dieser Ebene beklagen viele Organisationen, dass sich immer weniger Menschen für das klassische Ehrenamt in Vorstandsfunktionen finden lassen. Gründe sind ein Mangel an Zeit und Kompetenz im Umgang mit den gesetzlichen und verwaltungstechnischen Vorgaben. Hier sind Bagatellgrenzen im Antrags- und Verwendungsverfahren dringend notwendig. Eine stringente und koordinierte Engagementpolitik von Bund, Ländern und Kommunen muss entsprechende Vorschläge entwickeln und bessere Umsetzungsmöglichkeiten aufzeigen.



Über das Engagement von Menschen mit Migrationshintergrund ist nach wie vor vergleichsweise wenig bekannt, außer dass dies tendenziell nicht in den traditionellen deutschen Vereinen stattfindet. Auch Menschen mit Behinderung, Menschen in Armut oder aus sozialen Randgruppen sind wenig in den traditionellen Formen bürgerschaftlichen Engagements vertreten. Engagementpolitik muss verschiedene Zielgruppen in den Blick nehmen und auch eine zielgruppenspezifische Förderpolitik entwickeln. Förderpolitik ist dabei umfassend zu verstehen: Niedrigschwellige Zugänge müssen geschaffen, bisher wenig sichtbares Engagement muss anerkannt werden. Zur Förderung von Engagement und Beteiligung gehören zudem eine breite Etablierung der Leichten Sprache sowie die Entwicklung zielgruppenspezifischer neuer Beteiligungsformate.



Wir halten eine ermöglichende Engagement politik des Bundes für elementar, um Rahmenbedingungen wie Finanzierung, Rechtsentwicklung und Klärung föderaler Zuständigkeiten zu gewährleisten. Eine Klärung von Zuständigkeiten für bürgerschaftliches Engagement innerhalb der Bundesregierung sollte in diesem Kontext erfolgen. Außerdem ist eine stringente Abstimmung mit den Ländern und Kommunen vorzunehmen.



Eine regelmäßige Evaluation der Entwicklungen im bürgerschaftlichen Engagement halten wir für unabdingbar. Mit dem Ersten Engagementbericht der Bundesregierung und dem bereits beauftragten zweiten Bericht ist eine Grundlage geschaffen, deren Handlungsempfehlungen indes einer kritischen Diskussion bedürfen. Ebenso sind die zivilgesellschaftlichen Aspekte aktueller Berichterstattungen der Ministerien einzubeziehen, insbesondere der 6. Altenbericht, der 9. Bericht über die Lage der Ausländerinnen und Ausländer in Deutschland sowie der 14. Kinder- und Jugendbericht.



Die Freie Wohlfahrtspflege benötigt mehr quantitative, aber auch qualitative Forschungsergebnisse, aus denen sich wichtige Handlungsempfehlungen für die Förderung des bürgerschaftlichen Engagements ableiten lassen. Zu den Bedarfen gehören statistisch valide Daten und Fakten, etwa zur Zahl der in unterschiedlicher Form und Intensität bei uns engagierten Menschen. Wir benötigen fundierteres Wissen über ihre Zugänge und Hürden, Motive, Bedürfnisse und Erwartungen. Auch über die konkreten Bedingungen des Engagements vor Ort, das Zusammenwirken von Haupt- und Ehrenamt oder die Wirkungen lokaler Infrastruktureinrichtungen verfügen wir noch über kein hinreichendes Wissen. Dem Bereich der Engagementforschung muss daher in den kommenden Jahren verstärkte Aufmerksamkeit zukommen.



 Die gesellschaftlichen Trends und Zukunftsfragen sind unserer Einschätzung nach so wichtig, dass eine breit angelegte Debatte im Rahmen einer weiteren Enquete-Kommission unter Beteiligung aller Parteien, Verbände und Sektoren nötig ist. Eine solche sektorübergreifende Enquete wahrt die verfassungsrechtlichen Aufgaben der Politik und bietet den richtigen Rahmen, um gemeinsam mit den beteiligten Sektoren und Akteuren Handlungsempfehlungen und Selbstverpflichtungen zu entwickeln.



http://www.bagfw.de/uploads/media/4Gesamt_BE.pdf

Freitag, Februar 21, 2014

Ehrenamt bei Youtube - ein Film der Caritas

Die Caritas hat einen bemerkenswerten guten Film zum Ehrenamt bei Youtube eingestellt. Dort kommentiert sie diesen Film wie folgt:

"Das Ehrenamt kommt - eine filmische Collage: Der Film vermittelt, welche Freude und Genugtuung es demjenigen bereitet, der sich ehrenamtlich bei der Caritas engagiert.

Sie möchten sich für andere Menschen engagieren? Herzlich Willkommen! Caritas- und Fachverbände sowie andere caritative Träger laden Sie ein, aktiv zu werden. Probieren Sie neue Dinge aus, wechseln Sie die Spur Ihres Alltags!"

Der Film ist einfach gut, viel Spaß beim anschauern!

http://www.youtube.com/watch?v=NE4PN1lgc4M


Donnerstag, Februar 13, 2014

Inklusion konkret: Zwei Rollstuhlfahrerinnen als neue Ehrenamtliche

http://www.bahnhofsmission-elmshorn.de/pages/Aktuelles.php


Die Bahnhofsmission Elmshorn wagt ein Projekt: Zwei Rollstuhlfahrerinnen werden ab sofort das Team der Ehrenamtlichen in den blauen Jacken verstärken. Claudia Sahlmann und Erika Clasing möchten anderen helfen - trotz eigener Einschränkungen. Im Team der Bahnhofsmission finden Sie ihre neuen Arbeitsplätze.
Was Erika Clasing und Claudia Sahlmann als Ehrenamtliche erleben - wie sie arbeiten und auf welche Herausforderungen sie und ihre Kollegen stoßen, lesen Sie ab sofort in loser Folge hier auf der Webseite. 

Ein Ehrenamt in der Bahnhofsmission


Die Rampe liegt im Eingang, der Schreibtisch ist einige Zentimeter in den Raum hinein gerückt. In den kleinen, neuen Raum im Erdgeschoss des Elmshorner Bahnhofs steht kein Möbelstück mehr bloß herum. Denn die Bahnhofsmission wagt ein Experiment: Sie wird zwei Rollstuhlfahrerinnen als Ehrenamtliche beschäftigen. Als Bestandteil des Inklusionsprojekts „Weichensteller" sollen zwei Frauen mit Behinderung, Erika Clasing und Claudia Sahlmann, nicht die Hilfeempfangenden sein, sondern die Helfer für andere. Ein Rollentausch. Und dafür wird sich in den nächsten Wochen alles ändern - angefangen bei den Möbeln.

Probetag in der Bahnhofsmission
Erika Clasing  betrachtet sich in der blauen Weste. Passt. In der Weste der Bahnhofsmission mit dem typischen achtspitzigen roten Kreuz wird sie einmal in der Woche viereinhalb Stunden Dienst am Menschen verrichten. „Ich freue mich auf den Kontakt mit den Leuten.“ Der lässt nicht lange auf sich warten. Während Michael Martischus der neuen Ehrenamtlichen den komplizierten Dienstplan erklärt, in den alle zwölf Mitarbeiter sich selbstständig eintragen müssen, kommt Siggi herein. Ein Stammgast, der nach 39 Jahren Leben auf der Straße noch mit den Strukturen eines festen Wohnsitzes fremdelt. Für ihn ist die Bahnhofsmission genau die richtige Anlaufstelle: Direkter Kontakt und die Möglichkeit, dann vorbeizuschauen, wenn er Lust auf eine Tasse Kaffee hat. Und auf ein offenes Ohr. 

Eine Woche später
Probezeit beendet: Beide Rollstuhlfahrerinnen gehören nun zum Team. Claudia Sahlmann allerdings muss gleich mit einer Zwangspause beginnen. Sie fällt für die nächsten drei Wochen als Mitarbeiterin aus. Nicht etwa, weil sie krank ist. Nein, der Fahrstuhl in ihrer Wohnung ist kaputt und die Ersatzteile haben drei Wochen Lieferzeit. So sind die Ehrenamtlichen nun noch zu elft. Spontanes Umdisponieren ist das Team nicht mit den beiden Rollstuhlfahrerinnen gewohnt. „Bei uns ist immer Bewegung“, sagt Leiterin Turkat. Das bringt schon die besondere Ehrenamtsstruktur mit – denn am Elmshorner Bahnhof stehen Helfer, die selbst soziale oder gesundheitliche Probleme mitbringen. Manche von Ihnen hatten einmal Suchtprobleme, andere sind langzeitarbeitslos. Wieder andere haben psychische Probleme. Jeder von ihnen hat seine Gaben und seine Schwächen, pflegt Wiebke Turkat dazu zu sagen. Diese müssen im Dienstplan gut verteilt werden. Manch einer aus dem Team kann gut den Hublift bedienen, ist aber mit dem Führen der Statistik überfordert. Anderen macht die Büroarbeit Spaß, aber sie kommen mit den manchmal fordernden Hilfesuchenden nicht zurecht. Und nicht alle haben die gleiche Fähigkeit, sensibel Gespräche zu führen. Damit der Betrieb läuft, sind alle wichtig. 

November
Der Lift ist repariert - Claudia Sahlmann kann wieder zur Arbeit kommen.
Als erstes widmet sie sich der Statistik. Jeder Kontakt mit Gästen muss dort eingetragen werden. Claudia Sahlmann schaut genau hin, überträgt Zahlen auf das Formular und schlägt dann das Übergabebuch auf. Hier notiert sie für die Kollegen, was es Neues gibt am Bahnhof. „Das macht mir Spa?", sagt Claudia Sahlmann., der die Verwaltungstätigkeit liegt. Am Ende des Jahres wird sich Leiterin Wiebke Turkat über eine genaue Statistik freuen, denn sie muss die Zahlen dem Bundesverband vorlegen. „Man kann schon anhand dieser Strichlisten ablesen, dass es immer mehr Menschen mit psychischen Problemen gibt, die uns aufsuchen", sagt Turkat. Das ist eine zentrale Erkenntnis, denn Leiterin und Team müssen sich auf ihre Besucher einstellen. Fortbildungen müssen auf die Problemlagen abgestimmt werden, Mitarbeiter geschult werden. 

Donnerstag, Februar 06, 2014

Cooperate Volunteering

Vor zehn Jahren kannte dieses Wort kaum einer, heute ist es in aller Munde. Inzwischen gibt es viele Angebote von sozialen Organisationen und Stiftungen die Unternehmen bei der Entwicklung ihrer "sozialen Seite" unterstützen. Dabei Unterscheidet sich die Qualität erheblich. Ein gelunges Beispiel ist die Stiftung Gute Tat.

Unter der URL


Findet man folgendes interessant formuliertes Angebot:

CORPORATE VOLUNTEERING

Früher mussten Unternehmen lediglich ökonomisch erfolgreich sein, um als „gute" Unternehmen zu gelten. Heute erwartet die Gesellschaft von ihnen, dass sie zusätzlich auch ökologische und soziale Ziele verfolgen.

Eine Möglichkeit, dieser Unternehmensverantwortung gerecht zu werden, ist die Förderung des Engagements von Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen, Corporate Volunteering genannt. Dabei geht es um deren Einsatz in diversen Projekten gemeinnütziger Art. Das spiegelt nicht nur das gesellschaftliche Engagement des Unternehmens wider, sondern steigert auch die Attraktivität als Arbeitgeber. Gleichzeitig stellt es durch den höheren Sinn des gemeinsamen Tuns ein ganz besonderes Teamevent dar.

Die Stiftung Gute-Tat.de verfügt über eine jahrelange Erfahrung bei der Vermittlung von Unternehmen in unterschiedliche soziale Projekte und wird im Rahmen des Programms "CSR - Gesellschaftliche Verantwortung im Mittelstand" durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und den Europäischen Sozialfonds gefördert.

Unser Leistungsspektrum umfasst die Auswahl eines geeigneten Projektes, die individuelle Planung und Durchführung bis hin zur Nachbereitung und Kommunikation nach außen.

Vorteile, die sich durch einen Ehrenamtstag ergeben:

Für das Unternehmen:
 ,
  • Bindung und Motivation der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen 
  • Steigerung der Attraktivität als Arbeitgeber
  • Qualifizierung der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen durch Vermittlung von Sozialkompetenz, Teamfähigkeit und Teamgeist
  • Förderung von Problemlösungsfähigkeit, Kreativität und Innovationsfähigkeit von Teams
  • Abbau innerer Barrieren

Für die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen:,
  • Abwechslung im beruflichen Alltag   
  • Persönlichkeitsentwicklung
  • Stärkung des Selbstvertrauens
  • Förderung der Identifikation mit dem Unternehmen

Beispiele von bereits durchgeführten Ehrenamtstagen sehen Sie  hier

Die Beispiele, die man zu sehen bekommt, wenn man auf hier drückt, sind wirklich beeindruckend und zeigen die große Vielfalt dieses Arbeitsfeldes.

Geschrieben von Stephan Wagner


Sie möchten mehr erfahren? Sprechen Sie uns an:



Freitag, Januar 31, 2014

Soziales Engagement - für die Bundesbürger wichtigste Aufgabe von Stiftungen


soziales Engagement und Bedürftigkeit ganz oben, Bildung und Umweltschutz auf Platz zwei und drei der Wunschliste. Bereitschaft zu persönlichem Engagement in Bürgerstiftungen überraschend hoch.
Hamburg/Minden (bdo/sd). Befragt nach den Bereichen, um die sich Stiftungen besonders kümmern sollen, nennen zwei Drittel der Bevölkerung soziale Zwecke und die Unterstützung Bedürftiger. 54 Prozent sehen Bildung und Erziehung als vorrangige Stiftungsaufgaben an. Mit jeweils 49 Prozent stehen Umwelt– und Naturschutz auf Platz drei. 
Für jeweils 43 Prozent der Bevölkerung sind Senioren- und Altenpflege, Gesundheit und Medizin sowie Kunst und Kultur wichtige Aufgaben, um die sich Stiftungen kümmern sollten. 

Stiftungen sollen den Staat ergänzen
Dies ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung von über 1.500 Privatpersonen durch das Institut für Demoskopie Allensbach im Auftrag der BDO AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft und in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband Deutscher Stiftungen.  
28 Prozent der Bürger sind der Auffassung, dass Stiftungen Aufgaben übernehmen, für die eigentlich der Staat zuständig ist. Bei denen, die mehrere Stiftungen näher kennen, sind es sogar 43 Prozent. 


Überraschend hohe monetäre Bereitschaft
Besonderes Augenmerk legte die Befragung auf unabhängige, gemeinnützige Stiftungen von Bürgern für Bürger mit möglichst breitem Stiftungszweck. 259 dieser Bürgerstiftungen gibt es nach Angaben des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen in Deutschland. Immerhin 38 Prozent der Deutschen kennen dieses Konzept. 
Dr. Arno Probst, Mitglied des Vorstands der BDO AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft: „Es hat uns positiv überrascht, dass jeder vierte Bürger bereit wäre, sich mit einer Spende oder Zustiftung einzubringen. Unter den Befragten, die Bürgerstiftungen kennen und ein Haushaltsnettoeinkommen von mindestens 3.000 Euro erzielen, ist es sogar jeder zweite.“ 

Prof. Dr. Hans Fleisch, Generalsekretär des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen, ergänzt: „Die Umfrage zeigt uns: Wir müssen mit allen Stiftungen gemeinsam daran arbeiten, die Bekanntheit von gemeinnützigen Stiftungen weiter zu steigern. Denn durch Vorbilder können wir weitere Menschen zu Stiftungsgründungen motivieren. Das vielfältige Engagement der Stiftungen muss einen festen Platz in der Mitte der Gesellschafteinnehmen. Der erste europaweite Tag der Stiftungen am morgigen 1. Oktober ist dafür wichtiger Meilenstein.“

Grosse Stiftungen sind bekannt 

Viele Deutsche sind mit Stiftungen vertraut, wobei die Kenntnisse über Stiftungen mit dem Alter und dem Bildungsniveau deutlich ansteigen. 
Mit Abstand am bekanntesten ist die Stiftung Warentest, von der 69 Prozent der Bevölkerung eine genauere Vorstellung hat, auf den weiteren Plätzen folgen die Stiftung WWF-Deutschland (30 Prozent), die Konrad-Adenauer-Stiftung e.V. (20 Prozent), die Bertelsmann Stiftung (18 Prozent), die v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel (17 Prozent), die Friedrich-Ebert-Stiftung e.V. (17 Prozent), die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (16 Prozent) und die Stiftung Preußischer Kulturbesitz (11 Prozent). 

Bei weitergehendem Interesse an der Studie wenden Sie sich gerne an Nicole Mainzer (nicole.mainzer@bdo.de). 



Dienstag, Januar 21, 2014

Kinder und Ehrenamt

OB empfängt jüngste Magdeburger zum Neujahrsempfang für Kinder

Nach der erfolgreichen Premiere im vergangenen Jahr hat Magdeburgs Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper zum zweiten Mal Kinder und Jugendliche ins Alte Rathaus zu einem Neujahrsempfang geladen. Etwa 100 Kinder aus sieben Einrichtungen waren am 20. Januar der Einladung gefolgt.
OB empfängt jüngste Magdeburger zum Neujahrsempfang für Kinder
OB empfängt jüngste Magdeburger zum Neujahrsempfang für Kinder
Die Mädchen und Jungen, die am 20. Januar im Alten Rathaus zu Gast waren, haben 2013 mit ihren Aktivitäten einen solidarischen, couragierten, kreativen oder sportlichen Beitrag für ein offenes und buntes Miteinander in der Landeshauptstadt Magdeburg geleistet. So sammelten die Kinder unter anderem Spenden für eine durch das Junihochwasser geflutete Kita, stellten ihren Sand aus den Sandkästen zur Hochwasserbekämpfung zur Verfügung oder beteiligten sich an verschiedenen Aktionstagen.
Nach der Neujahrsansprache des Oberbürgermeisters wurde mit Saft auf das neue Jahr angestoßen und die große Torte angeschnitten. Im Anschluss empfing Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper einzelne Kindergruppen zu kurzen Gesprächen in seinem Dienstzimmer. Dabei hatten die Jüngsten Gelegenheit, auch ihre Wünsche und Erwartungen zur Stadtentwicklung zu äußern und dem Stadtoberhaupt Fragen zu stellen.
Die anderen Kinder konnten währenddessen an verschiedenen Informations- und Kreativangeboten teilnehmen. Unter anderem gab es Informationen zum Thema "Kinderrechte", Lesungen von Mitarbeitern des "Dialogs der Generationen", gemeinsames Basteln mit dem "Bunten Werkstattprojekt" sowie eine Einweihung in die "Geheimnisse" des Carillon durch Frank Müller vom Georg-Philipp-Telemann-Konservatorium. Für die wartenden Eltern hatte der Stadtelternbeirat ein Elterncafé im Galerieaufgang organisiert.
Die Idee zu einem Neujahrsempfang für Kinder hatte Schwester Erika Tietze von der Magdeburger Stadtmission. Gemeinsam mit der Freiwilligenagentur und der Kinderbeauftragten der Landeshauptstadt Magdeburg wurde der erste Empfang im vergangenen Jahr vorbereitet.
Die positive Resonanz des ersten Empfanges veranlasste die Verantwortlichen, den Neujahrsempfang für Kinder in diesem Jahr erneut durchzuführen. Als Partner wurden außerdem der Stadtelternbeirat, der MWG Nachbarschaftshilfe e.V. und die UNICEF-Arbeitsgruppe Magdeburg gewonnen.

http://www.magdeburg.de/index.php?NavID=37.367&object=tx%7C37.10725.1&La=

Samstag, Januar 11, 2014

Bundespräsident empfängt Sternsinger aus dem Bistum Würzburg

Bundespräsident Joachim Gauck empfängt Sternsinger aus dem Bistum Würzburg

Bundespräsident Joachim Gauck hat am 6. Januar 42 Sternsinger aus dem Bistum Würzburg in Schloss Bellevue begrüßt. Die Mädchen und Jungen aus zehn fränkischen Pfarrgemeinden kamen stellvertretend für die bundesweit rund 500.000 Kinder und ehrenamtlichen Erwachsenen, die als Sternsinger und Begleiter der Aktion "Dreikönigssingen 2014" Spenden für Not leidende Kinder in der Welt sammeln.
Die 56. Aktion der Sternsinger steht dieses Jahr unter dem Motto "Segen bringen, Segen sein. Hoffnung für Flüchtlingskinder in Malawi und weltweit!" und nimmt besonders die Kinder in den Blick, die ihre Heimat verlassen mussten und sich in der Fremde zurecht finden müssen. Mit den gesammelten Geldern werden im Beispielland Malawi und weltweit Kinder dabei unterstützt, ihre traumatischen Erlebnisse zu verarbeiten. Darüber hinaus wird ihnen der Zugang zu Bildungsangeboten ermöglicht, um ihnen eine Chance auf eine bessere Zukunft zu geben.
Bundespräsident Joachim Gauck dankte den Sternsingern für ihren Segen und würdigte ihr Engagement: "Das Dreikönigssingen ist die größte Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder, die es auf der ganzen Welt gibt. Das ist etwas Großartiges. Darüber freue ich mich sehr, denn es zeigt, dass jeder einzelne etwas für andere erreichen kann."
Jedes Jahr am Dreikönigstag empfängt der Bundespräsident eine Sternsingergruppe aus der Diözese, die die zentrale Aussendungsfeier der Sternsinger für ganz Deutschland im vorherigen Jahr ausgerichtet hat. Im vergangenen Jahr waren Jugendliche aus dem Bistum Mainz, 2012 aus dem Bistum Essen ins Schloss Bellevue eingeladen. Der Empfang der Sternsinger beim Bundespräsidenten hat Tradition: Erstmalig hat sie Karl Carstens 1983 in der Villa Hammerschmidt in Bonn willkommen geheißen.
Die Aktion Dreikönigssingen wird gemeinsam vom Kindermissionswerk "Die Sternsinger" und vom Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) realisiert. Sie wurde 1959 ins Leben gerufen. Mit dem Erlös der Sammlungen werden etwa 3.000 Projekte und Hilfsprogramme für Kinder in Asien, Ozeanien, Afrika, Osteuropa und Lateinamerika unterstützt.

Sonntag, Januar 05, 2014

Ehrenamt am Silvesterabend

Melanie Mittmann (19) wird dieses Jahr Silvester wieder auf der großen Party-Meile am Brandenburger Tor verbringen. So wie die letzten vier Jahre. „Wo soll ich denn sonst hin?“, fragt sie. „Zu Hause wäre ich ja allein, schließlich sind meine Freunde auch alle am Tor.“


                                     150 Helfer waren am Brandenburger Tor im Einsatz

Allerdings läuft die Nacht bei der angehenden Krankenschwester nicht ganz so ab, wie bei den anderen der gut eine Million Besucher auf der Party-Meile. Denn während die feiern, sind Melanie und ihre Freunde an Silvester im Helden-Dienst – ehrenamtlich für das Rote Kreuz im „vorbeugenden Sanitätsdienst“. Heißt: „Betrunkene versorgen, Unterkühlte behandeln und Verletzte ins Krankenhaus bringen“, erklärt der stellvertretende Einsatzleiter, Martin Kreuziger (32). Wie Melanie gehört er zum Team des Kreisverbands Müggelspree, das heute Abend in einem der fünf Rot-Kreuz-Hilfsstellen aktiv ist, die rund ums Tor eingerichtet sind.

Aber so ein richtiges Opfer ist das gar nicht, wenn man Martin glauben kann: „Manche finden zwar, wir hätten einen Knall, gerade an Silvester zu arbeiten. Aber wir freuen uns alle auf den Einsatz“, sagt er.

Dabei ist der Job extrem anstrengend. Rund 100 Besucher dürften es wieder sein, die in der Nacht betreut werden müssen. „Und sich durch die Menge zu kämpfen, ist dabei kein Spaß“, sagt Falco, der extra aus München angereist ist, um in seinem Urlaub mitzuhelfen.

Deshalb haben die Rot-Kreuzer ein paar Bitten und Tipps an alle Besucher: „Bitte macht Platz, wenn wir durchmüssen. Und wer einen Notruf sendet, findet an den Laternen Nummern zur Orientierung“, erklärt Sanitäterin Katleen Picker (26) und rät: „Zieht euch warm an und achtet drauf, wo euer eigenes Alkohol-Limit liegt.“

Anstoßen mit Kindersekt

Denn Betrunkene sind neben der Kälte das größte Problem an Silvester. Magen auspumpen gehört trotzdem nicht zu den Aufgaben der Helfer. „Das machen die Leute schon von allein“, sagt Katleen und lacht. Aber das Erbrochene tragen die Helfer dann tütenweise aus den Zelten. „Der mieseste Job des Abends“, sagt Martin.

Wer Hilfe bekommt, kann deshalb übrigens gern mal Danke sagen. Das freut die Helfer. Und kommt viel besser an als anzügliche Sprüche an die weiblichen Sanitäter.

Dramatische Unfälle sind zum Glück selten: „An den Zäunen hat sich mal jemand die Hand durchbohrt und eine Frau den Hintern aufgespießt“, sagt Falco.

Wenn sie Glück haben, können die Silvester-Helden an Neujahr dann sogar selbst kurz anstoßen. „Aber nur mit Kindersekt“, betont Melanie.
Wer das Rote Kreuz als ehrenamtlicher Helfer oder als Fördermitglied unterstützen will: Berliner Rotes Kreuz, Bachestraße 11, 12161 Berlin, Tel: 850050

Übernommen von Berliner Helden. Eine Aktion der BZ
http://www.berliner-helden.com/helden/guten-rutsch/

Montag, Dezember 23, 2013

Frohe Weihnachten

Wie jedes Jahr habe wir uns im Netz umgeschaut, nach einer besonderen Weihnachtsgeschichte, und es gab deren viele, das geht los mit den Weihnachtspostämtern, in denen viele ehrenamtliche Helfer dafür Sorge tragen, das die vielen Anfragen von Kindern vom Weihnachtsmann oder dem Christkind beantwortet werden. Dann gab es das 65-jährige Jubiläum der ehrenamtlichen Weihnachtsfeier für einsame Menschen in der Stadthalle Wuppertal und natürlich die witzige Darstellung der Weihnachtsgeschichte im Internet, die Story of Nativity, aber irgendwie wollten wir dieses Jahr, kurz vor unserem 400 Block, nicht nur Berichten sondern auch Danke an unsere Leserinnen und Leser sagen.

Und dann ist was ganz anderes in unser Auge gesprungen:

Da gibt es eine Seite, auf der man jede Menge Weihnachtsgedichte finden kann und natürlich auch lesen  oder vorlesen kann. Und da haben wir uns gedacht, das ist unser Weihnachtsgeschenk:

                                                  Die Weihnachtsgedichtseite

                                                               Also

                                                   Frohe Weihnachten