Sonntag, September 28, 2014

Wanderausstellung: ENGAGIERT.VIELFÄLTIG.PARTIZIPATIV. EVP // Das eigenverantwortliche Projekt.

Hier ein interessantes Angebot der BKJ - Bundesvereinigung Kultureller Kinder- und Jugendbildung!
















Aus einem großen, kulturellen Projektpool werden in dieser Ausstellung und in der Begleitbroschüre stell­vertretend 49 eigenverantwortliche Projekte von Freiwilligen aufgeführt. Bilder und Erfahrungsberichte stammen von den Freiwilligen selbst. Die Projekte der Jugendlichen sprechen Sinne an – SEHEN und HÖREN, sie regen zum NACHDENKEN an, haben WIRKUNG und WIRKEN mit, sind ERLEBAR Sie sind Beispiele für ENGAGEMENT.VIELFALT.PARTIZIPATION im Freiwilligendienst, im FSJ Kultur.
Ausstellung und Broschüre entstanden mit freundlicher Unterstützung des Kultusministeriums Sachsen-Anhalt.
Das FSJ Kultur ist ein Angebot der BKJ – Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Ju­gendbildung e.V. und der .lkj) Sachsen-Anhalt e.V. Die Freiwilligendienstformate der .lkj) Sachsen-Anhalt e.V. wurden mit dem QUIFD-Quali­tätssiegel ausgezeichnet. Das FSJ Kultur wird unterstützt und gefördert vom Kultusministerium Sachsen-Anhalt, dem Ministerium für Arbeit und Soziales Sachsen-Anhalt, dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) und des Landes Sachsen-Anhalt.
Die Ausstellung kann ausgeliehen werden. Bitte wenden Sie sich dazu an Kirsten Mengewein 
Kontaktdaten: Koordinatorin Freiwilligendienste Kultur und Bildung
kirsten.mengewein@jugend-lsa.de // Telefon 0391-2445168

Bisherige Ausstellungsorte:
09. September bis 09. Oktober 2014: Galerie Entrée, Haus 27 des Kultusministeriums Sachsen-Anhalt, Magdeburg
10. bis 11. Oktober 2014: PERSPEKTIVEN. Messe für Bildungs und Berufsorientierung, Magdeburg
14. Oktober bis 14. November 2014: Konservatorium Georg Philipp Telemann, Magdeburg
09. Dezember 2014: JKP-Preisverleihung im OLi-Kino Magdeburg
26. Feburar 2015 bis 25. März 2015: Theologische Hochschulbibliothek Friedensau

Ein kurzer Eindruck der Ausstellung folgt nun.
Die Ausstellung:

Freitag, September 19, 2014

Berliner Helden - Photowettbewerb II

Heute ist der Text des Blogs ganz kurz. Wie im Blog am 30. August berichtet, führt die B.Z. in Berlin einen Fotowettbewerb zu Thema Ehrenamt durch. Die Jury hat 14 Bilder ausgewählt, ein Bild wurde von der Fotocommunity 1414 ausgewählt. Au diesen 15 Photos kann man jetzt im Internet den Gewinner wählen, hier sind die Photos:




















So, und wer nicht nur zuschauen möchte, sondern mit abstimmen will, kann das hier machen:


Viel Spaß!!!












Freitag, September 12, 2014

Ehrenamt - erneut im Zentrum der Organisation sozialer Arbeit

In den letzten 20 Jahren hat sich die Wahrnehmung und Stellung des Ehrenamts bei haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im sozialen Sektor stark verändert. Wenn man früher Hauptamtliche nach Ehrenamtlichen in ihrer Arbeitsstelle fragte, hörte man nicht selten: „Haben wir nicht – brauchen wir nicht“ - obwohl die Angesprochenen bei einem Verein angestellt waren, der von Ehrenamtlichen geführt wurde.

Heutzutage wird wieder klarer wahrgenommen, dass der größte Teil sozialer Organisationen letztendlich von Ehrenamtlichen geleitet wird und dass viele wichtige Entscheidungen über den Einsatz von hauptamtlichen Ressourcen von Ehrenamtlichen getroffen werden. Hinzu kommt eine breitere Wertschätzung ehrenamtlicher Arbeit, diese wird in fast allen Bereichen sozialer Arbeit zumindest als sinnvolle Ergänzung hauptamtlicher Aktivität gesehen. Fast überall wird rege geworben mit dem Ziel, Bürgerinnen und Bürger aller Altersgruppen dazu zu bewegen, ehrenamtlich aktiv zu werden.

Dabei hat sich die Arbeit mit Ehrenamtlichen erheblich verändert: dort wo sie früher „irgendwie“ mitliefen, sind heute in vielen Betrieben Ehrenamtsmanagerinnen und -manager tätig, die sich gezielt und systematisch um die Organisation der Arbeit kümmern. Ehrenamtliche werden oft in Kombination und enger Verzahnung mit hauptamtlich Tätigen eingesetzt. Die Betriebsabläufe sind nicht mehr ausschließlich auf die Arbeitsbedürfnisse der Hauptamtlichen ausgerichtet, sondern rücken im Rahmen einer breiten Qualitätsentwicklung die Bedürfnisse Derjenigen, für die die Arbeit geleistet wird, in den Focus der Arbeitsorganisation. Dabei werden die Anforderungen der Ehrenamtlichen an ihr Arbeitsumfeld mit berücksichtigt. So ist eine Optimierung der Arbeit bei guter Qualität möglich.

Das löst eine ganze Reihe von Veränderungen in der Arbeitsorganisation aus:
- man braucht spezialisierte und gut ausgebildete Ehrenamtsmanager
- man braucht Hauptamtliche, die ehrenamtliches Personal führen können, und man braucht Ehrenamtliche, die Hauptamtliche anleiten können.

Neben den zusätzlich notwendigen Qualifikationen im Bereich der Personalorganisation ist die Notwendigkeit von fachlicher Fort- und Weiterbildung der Ehrenamtlichen selbst angestiegen. So wie z.B. beim Technischen Hilfswerk und der Feuerwehr seit langem komplizierte und teilweise gefährliche Arbeitsprozesse von gut ausgebildeten Ehrenamtlichen bewältigt werden, so werden inzwischen auch im Bereich sozialer Arbeit eine ganze Reihe von Qualifikationen angeboten, die Menschen auf ihren ehrenamtlichen Einsatz fachlich gut vorbereiten. Das reicht von intensiven Gesprächsführungsausbildungen, wie sie z.B. schon seit einiger Zeit im Bereich der Telefonseelsorge üblich sind und jetzt auch für andere ehrenamtliche Beratungs- und Betreuungsfunktionen angewandt werden, bis zu kürzeren Ausbildungen, wie dem Rollstuhlführerschein, und Ausbildungsreihen zu Grundlagenwissen, wie sie vom Landesverband Berlin des Paritätischen für ehrenamtliche Vorstände angeboten wurden.

Die Aufgabe, diese Ausbildungen zu organisieren, fällt den sozialen Organisationen und ihren Verbänden selbst zu. Die staatlichen und privaten Hochschulen sind strukturell in keiner Weise darauf vorbereitet, diese Qualifikationen zu vermitteln. Zum einen fehlt ihnen der für eine schnelle Umsetzung von fachlichen Bedürfnissen notwendige Praxiskontakt, zum anderen sind sie in ihrer Arbeitsorganisation (Berufung neuer Professorinnen und Professoren) nur schwer in der Lage, schnell auf veränderte Ausbildungsbedürfnisse im Feld sozialer Arbeit zu reagieren.

Die strukturelle Veränderung sozialer Arbeit unter Einbeziehung von Ehrenamtlichen in Kernprozesse der Versorgung der Bevölkerung mit sozialen Dienstleistungen wird sich aller Wahrscheinlichkeit in den nächsten Jahren noch verstärken. Sie wird angetrieben durch eine insgesamt besser ausgebildete Bevölkerung, die mit den Werkzeugen moderner Technologie und dem Internet in der Lage ist, Informationen wesentlich effektiver zu verbreiten und zu beziehen, als dies noch vor wenigen Jahren der Fall war. Erneut gehen neue Entwicklungen und damit verbundene neue Methoden sozialer Arbeit von Ehrenamtlichen aus. In weitgehend von ehrenamtlicher Arbeit dominierten Organisationen entwickeln selbstbewusste Bürgerinnen und Bürger diese neuen Formen und sind nicht mehr bereit, auf den Staat, öffentliche Finanzierung und den damit verbundenen langsamen bürokratischen öffentlichen Apparat zu warten. Sie gründen und entwickeln aus dem Bedarf oder der Not heraus das, was sie brauchen, und kreative Hauptamtliche nehmen diese Entwicklungen auf und etablieren diese in den Kernbereichen professioneller sozialer Arbeit.

Die staatlichen Sozialbudgets sind nicht in der Lage, den schnell wachsenden Bereich sozialer Organisationen mit hauptamtlichem Personal auszustatten. Die Lücke zwischen privatem Bedürfnis und staatlicher Finanzierung wird durch Arbeitsformen kombinierter Tätigkeit von ehrenamtlichem und hauptamtlichem Personal teilweise geschlossen. Damit stellen sich für verbandlich organisierte soziale Arbeit neue Anforderungen. Es ist ein breites Feld an Fort- und Weiterbildungsangeboten notwendig, um die benötigte fachliche Qualifizierung zu ermöglichen. Es wird Aufgabe der verbandlichen Bildungsorganisationen sein, diese Formate zu entwickeln und durchzuführen.

Schaut man in die Angebote der paritätischen Bildungsorganisationen, so ist ein Teil der Arbeit getan. Angebote zur Ausbildung von Ehrenamtsmanagerinnen und -managern und für die Qualifizierung ehrenamtlicher Vorstände sind bereits vorhanden. Jedoch werden viele neue Formate in den verschiedenen Bereichen sozialer Arbeit zusätzlich notwendig. Als Beispiel sei hier die Arbeit in Jugendeinrichtungen des Bezirks Marzahn-Hellersdorf in Berlin genannt. Die Förderung der Einrichtungen wird in Zukunft davon abhängig sein, dass 30 Prozent der pädagogischen Leistung von Ehrenamtlichen erbracht werden. Solche Arbeitsmodelle sind ohne Qualifizierung der tätigen Ehrenamtlichen längerfristig nicht realisierbar. Sie zu entwickeln ist und bleibt Kernaufgabe verbandlicher Arbeit!

Geschrieben von Beate Häring und Prof. Dr. Stephan F. Wagner
im Auftrag der 
Paritätischen Akademie Berlin

Freitag, September 05, 2014

Rundbrief des Paritätischen Berlin mit dem Schwerpunkt Ehrenamt

Für die Monate September/Oktober 2014 hat der Paritätische Landesverband Berlin einen tollen Rundbrief zum Thema Ehrenamt herausgegeben. In ihm findet man Artikel zu folgenden Themen:


Ehrenamt – erneut im Zentrum der Organisation sozialer Arbeit. Bildung für Ehrenamtliche 


Aus den Erfahrungen eines alten Hasen oder: Die Bedeutung des Ehrenamtes im Paritätischen Berlin 


"Warum machst du das eigentlich?" Ehrenamtlicher Einsatz für die Stadtteilzeitung Steglitz-Zehlendorf 


Kieztreff »Lebensnetz« der Albatros-Lebensnetz gGmbH »Erdmännchen und Co. brauchen dich!« 


"Eine zusätzliche Renten-Versicherung" Nach der Rente ehrenamtlich aktiv – im Nachbarschaftsheim Schöneberg 

Zuhören, anpacken und sich auf andere einlassen

Freude durch Vielfalt - Ehrenamt in der Albert Schweitzer Stiftung - Wohnen & Betreuen


Die schönsten Geschichten schreibt das wahre Leben« Fünf Fragen an Anke Haverkamp, Leiterin des B.Z.-Projekts »Berliner Helden« 

Ehrenamt - Freiwilliges soziales Engagement im Paritätischen Berlin

Der Berliner Freiwilligentag


Wissen, Erfahrung und Kompetenz weitergeben - Projekt "Zeit für neues Berlin" gestartet

Sterne fischen mit System - Der Bezirk Treptow-Köpenick zeigt, wie Engagementförderung gelingen kann


Von beruflicher Orientierung bis Engagement im Ruhestand - Bundesfreiwilligendienst im Mittelhof e. V. 


Mein Bundesfreiwilligendienst
Ein Jahr als Freiwillige in einer Ganztagsgrundschule 


Freiwilligenarbeit gestalten - Anregungen für die ehrenamtliche Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und ihren Familien 

Gemeinsam in der Nachbarschaft - Nachbarn helfen Nachbarn


»Jugendliche erhalten Anerkennung durch ehrenamt-
liche Tätigkeiten« - Fünf Fragen an Fevzi Aktas, Kurdistan Kultur- und Hilfsverein (KKH) e. V.

 Wer wirklich etwas bewegen will, muss raus aus der Wohlfühlfalle - Engagement in der Bildung: Kita- und Schulfördervereine 


Geduld und die Fähigkeit zum Zuhören sind gefragt - Ehrenamt im Drogennotdienst

 Mission: Ehrenamt – So sehen Berliner Helden aus - Foto-Wettbewerb der B.Z.


Vortragsveranstaltung: Das Ehrenamtsstärkungsgesetz - Die wesentlichen Änderungen und die Änderungen dazu im Anwendungserlass der Abgabenordnung


Nicht jeder dieser Überschriften ist selbsterklärend, aber hinter jeder steht ein toller Artikel mit interessanten Informationen. Wer sich die holen will, findet eine Pdf dieses Rundbriefs unter folgender Internetadresse:

http://www.paritaet-berlin.de/fileadmin/user_upload/Dokumente/Rundbriefe/2014-08-09_PAR_Rundbrief_web.pdf

Samstag, August 30, 2014

Berliner Helden Fotowettbewerb

Zum fünfjährigen Jubiläum der Initiative “Berliner Helden” ruft die B.Z. gemeinsam mit der 1414-Foto-Community zum großen Foto-Wettbewerb aus. Gesucht werden die “Berliner Helden” in Ihrer Mission Ehrenamt.
Der Hintergrund
Seit 5 Jahren zeigt die B.Z. mit ihrer Initiative „Berliner Helden“, wie vielfältig ehrenamtliches Engagement in unserer Stadt ist. Sechsmal die Woche berichten wir über soziale Projekte, engagierte Berliner und Unternehmen.
Wir zeigen, wo angepackt werden muss, und rufen zum Mitmachen auf.
 Die Aktion
Aber was bedeutet Ehrenamt für jeden einzelnen Bürger – und vor allem auch für die jungen Berliner? Die Antworten auf diese Frage möchten wir in Bildern festhalten. Daher rufen wir auf zur Mission: „Ehrenamt – So sehen Berliner Helden aus“. Gemeinsam mit der 1414-Foto-Community (www.1414.de) suchen wir kreative und heldenhafte Fotos, die zeigen, wie das Thema Ehrenamt in Berlin gelebt wird. Im Zeitraum vom 25. August bis 14. September 2014 kann im Rahmen des Foto-Wettbewerbs jeder sein bestes Foto zu dem Thema hier einreichen.
Die Teilnahme
Alle fotobegeisterten Menschen ab 18 Jahren – bei jüngeren mit einer Einverständniserklärung des gesetzlichen Vertreters – können ihre Fotos über die 1414-Foto-Community oder per Email  einreichen. Ausgenommen sind professionelle Fotografen. Beiträge von Hobbyfotografen sind herzlich willkommen.
Für die Einreichung muss sich ein Teilnehmer einfach kostenfrei in der 1414-Foto-Community registrieren. Dort können die Fotos unkompliziert zusammen mit einem Titel und einer Kurzbeschreibung hochgeladen werden. Oder Sie senden Ihr Foto inkl. Kurzbeschreibung per Email an foto@berliner-helden.com Denn hinter einem guten Foto steckt immer auch eine gute Geschichte …
220-ehrenamt
Teilnahmebedingungen
Es gelten die Allgemeinen Geschäftsbedingungen  für die Nutzung von 1414 und die besonderen Teilnahmebedingungen der Fotomission „Ehrenamt – So sehen Berliner Helden aus“
Das beste Foto kann sogar mehrfach ausgezeichnet werden. Machen Sie mit, überzeugen Sie mit Ihrem Bild die 1414-Foto-Community und die B.Z.-Leser.
Die Gewinnerauswahl
Die 1414-Foto-Community wählt im Missionszeitraum 25.08.2014 bis 14.09.2014 unter allen Einreichungen ihren Favoriten. Missionsgewinn ist eine hochwertige Kamera im Wert von 500Euro.
Zusätzlich  können Sie als B.Z.-Leser ab dem 18.09.2014 per Online-Voting den Gewinner des B.Z.-Leserpreises küren. Dieser wird bei einer Vernissage Ende September in Berlin verliehen und ist mit 1.000 € dotiert.
Alle 15 Gewinnerfotos werden auf bz.de  ab dem 18.09.2014 online präsentiert.
Die Auswahlkriterien:
  • Darstellung des Themas Ehrenamt
  • Bezug zu Berlin
  • Kreativität
  • Einzigartigkeit
  • und technische Qualität der Fotos.
Bitte denken Sie bei der Auswahl Ihrer Fotos an eine entsprechend hohe Auflösung, da die Gewinnerfotos auf einer Größe von 80x60cm im Rahmen der Fotoausstellung präsentiert werden.
Die Ausstellung
Die 15 Gewinnerfotos werden vom 29. September bis 2. Oktober 2014 in der Axel-Springer-Passage in Berlin ausgestellt.

Freitag, Juni 27, 2014

Zeit für Neues

In Berlin gib es immer wieder neue Ideen, nun kommt von den Sternenfischern in Treptow-Köpenick ein Projekt, das auch noch den Namen "Zeit für Neues" trägt, lassen sie sich Überraschen:

Wissen, Erfahrung, Kompetenz weitergeben

ZEIT FÜR NEUES Berlin ist ein Projekt des STERNENFISCHER Freiwilligenzentrum in Kooperation mit dem Generali Zukunftsfonds und der Senatskanzlei Berlin mit dem Ziel, das gesellschaftliche Engagement am Übergang von Erwerbsarbeit in die nachberufliche Phase zu fördern.
Immer mehr Beschäftigte sind älter als 60 Jahre – inzwischen sind es in Deutschland zirka 1,5 Millionen Menschen, Tendenz steigend. Mit ihrem langjährigen Erfahrungswissen sind sie als Fachkräfte gefragt. Doch was passiert, wenn sie das Unternehmen verlassen? Eine sorgsam geplante Vorbereitung auf die Zeit nach dem Berufsleben kommt Beschäftigten, Unternehmen und Gesellschaft zugute.
Berliner Unternehmen werden Verbundpartner des Projekts und ermöglichen ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, sich auf die nachberufliche Phase vorzubereiten und sich auch mit den Möglichkeiten eines gesellschaftlichen Engagements auseinanderzusetzen.

Ansprechpartnerin im Projekt ZEIT FÜR NEUES ist


Freitag, Juni 13, 2014

Heißer Einsatz beim großen Lachen

Manchmal ist Ehrenamt voller Überraschungen. Viele Bekannte werden die Ehrenamtlichen des ASB Berlin, die bei der Live Veranstaltung von Mario Barth über Pfingsten im Olympiastadium als Einsatzkräfte geplant waren, vor der Veranstaltung beneidet haben. Doch kam alles anders, an zwei Tagen sahen 120.00 Menschen das Programm und die Temperaturen stiegen weit über 30 Grad, und so wurde aus dem scheinbaren Vergnügen der größte Einsatz des ASB in den letzten 15 Jahren.

Hier ein Foto von der Veranstaltung:



Und hier eine Auszug vom Einsatzbericht:

Einsatzbericht zum Live-Auftritt von Mario Barth im Berliner Olympiastadion


Am 07. und 08. Juni stellte der Comedy-Künstler Mario Barth im Berliner Olympiastadion einen Weltrekord auf. Innerhalb von 24 Stunden sahen in zwei Shows über 120.000 Menschen das Bühnenprogramm. Der ASB-Regionalverband Berlin-Nordwest e.V. übernahm – wie schon bei den vorherigen Stadionauftritten 2008 und 2011 – die sanitätsdienstliche Absicherung der Auf- und Abbauarbeiten sowie an den beiden Veranstaltungstagen.  

Die Auftritte fanden am außergewöhnlich heißen Pfingstwochenende an zwei aufeinander folgenden Tagen statt. Bedingt durch die hohen Temperaturen und die permanente Sonneneinstrahlung kam es zu einem hohen Einsatzaufkommen für die Sanitäts- und Rettungsdiensteinsatzkräfte des ASB. Insgesamt wurden über 1.000 Menschen medizinisch durch Samariter betreut. Rund 30 Personen kamen zur weiteren Abklärung in ein Krankenhaus. Der Großteil der Hilfeleistungen bezog sich auf witterungsbedingte Notfälle, Sonnenstichsymptome, Kreislaufdysregulationen und Dehydrierungen...............Die beiden Einsatzleiter Mario Gustke und Boris Michalowski zeigten sich nach dem Einsatz erschöpft und zufrieden. „Die außergewöhnliche Witterungslage hat uns vor sehr hohe Herausforderungen gestellt, die uns stark gefordert haben.“ Boris Michalowski erinnert sich, „Mit über 1.000 Hilfeleistungen hatten wir den größten Einzeleinsatz der letzten 15 Jahre im Berliner Olympiastadion. Besonders stolz sind wir auf das außerordentliche Engagement unserer ehrenamtlichen Einsatzkräfte.“ Der ASB-Regionalverband Berlin-Nordwest e.V. arbeitet ausschließlich mit ehrenamtlichen Einsatzkräften.







Freitag, Juni 06, 2014

Visual Recording

Heute soll es im Ehrenamtsblog mal nicht um ein bestimmte Projekt ehrenamtlicher Arbeit gehen, sondern um eine neue Arbeitsmethode, die man in der Arbeit mit Ehrenamtlichen gut nutzen kann. 

Visual Recording


Die Methode ist super einfach. Während eines Vortrags wird dieser nicht auf Tonband oder Video aufgenommen, sondern ein mit der Methode vertraute Comiczeichnerin oder auch ein Comiczeichner setzten während des Vortrags diesen in viele kleine Bilder um, die zusammen ein gezeichnetes Protokoll ergeben. Wir haben diese Methode auf dem Jugendhilfetag 2014 am Stand des Landesverbandes Berlin des Paritätischen in Aktion gesehen, und die Ergebnisse waren super toll.

Hier ein Beispiel:




Wer mehr sehen will, findet im flickr-Ordner des Portals "Jugendhilfe-bewegt-Berlin" viele Beispiele:


Freitag, Mai 23, 2014

Wir alle brauchen Geld

Um das zu bekommen ist Fundraisingq in den letzten Jahren gerade für Organisationen, die mit Ehrenamtlichen arbeiten, zu einem wichtigen Werkzeug der Mittelbeschaffung geworden. Wie man das macht, darüber ist jetzt ein gutes, praxisorientierten Buch, hier die Rezension:

Fundraising - Professionelle Mittelbeschaffung für NPO's

Urselmann-BuchWer sich nach dem Deutschen Fundraising Kongress nach weiterem Input sehnt, dem sei die 6. Auflage des Buchs „Fundraising – Professionelle Mittelbeschaffung für steuerbegünstigte Organisationen“ ans Herz gelegt. Der Autor Michael Urselmann ist Professor für Sozialmanagement an der FH Köln, mit dem Forschungsschwerpunkt Fundraising. Wer nun denkt, dass es sich um ein verkopftes Werk handelt, das nicht viel mit der Praxis zu tun hat, irrt gewaltig. Durch eigene wissenschaftliche Untersuchungen fundiert, richtet sich das Buch eindeutig an Fundraising-Praktiker. Auf jeder Seite ist dem Werk anzumerken, dass der Autor auf viele Jahre Fundraisingpraxis als Berater und Geschäftsführer einer großen Agentur zurückgreifen kann.
Die Neuauflage des Buchs unterscheidet sich deutlich von den bisherigen. Mit über 460 Seiten geballtem Fundraising-Know-how hat sich der Umfang nahezu verdoppelt. Systematisch verschafft der Autor dem Leser einen Überblick über alle Gebiete des Fundraisings. Er widmet den wesentlichen Ressourcenbereitstellern (Privatpersonen, Unternehmen, Stiftungen und öffentliche Geber) jeweils eigene Kapitel. Didaktisch gut aufbereitet, bedient sich der Autor einer angenehm einfach zu lesenden Ausdrucksweise, die aber zu keiner Zeit auf Kosten der inhaltlichen Tiefe geht. In jedem Kapitel finden sich zahlreichen Abbildungen und Best Practice Beispiele, die die Relevanz des Dargelegten verdeutlichen und Anregungen für das eigene Fundraising geben. Jedes Kapitel schließt mit einer Zusammenfassung („Was habe ich gelernt?“) und verweist auf weiterführende Quellen, die dem geneigten Leser den tieferen Einstieg in das Thema ermöglichen.
Fundraising hat nichts mit Betteln zu tun: Auf dem deutschen Spendenmarkt herrscht ein zunehmender Verdrängungswettbewerb. NPOs, die hier längerfristig erfolgreich sein wollen, benötigen ein professionelles und systematisches Fundraising-Management und die konsequente Ausrichtung ihrer Leistungen auf die Bedürfnisse ihrer Anspruchsgruppen.
Prof. Dr. Michael Urselmann
Prof. Dr. Michael Urselmann
Angesichts der Professionalisierung des Fundraisings in den letzten Jahren und der starken Parallelen zum Marketing des Profit Sektors, ist es konsequent, dass Urselmann Fundraising als Absatzmarketing immaterieller Spendenprodukte definiert und Fundraising-Management konsequent in die Systematik des Absatzmarketings einordnet. Folglich findet sich im Buch ein Kapitel zum Marketing-Mix von NPOs, in dem Entscheidungen der Produkt- und Leistungs-, Preis-, Vertriebs- und Kommunikationspolitik thematisiert werden. Und ein großes Kapitel zum Fundraising-Management widmet sich den strategischen Aspekten des Fundraisings. Auch wenn sicher manch einem Leser die BWLisierung des Spendensammelns nicht ganz geheuer sein wird, trägt dies doch den Wettbewerbsbedingungen und der Forderung nach einem systematischem Fundraising-Management Rechnung.
Insgesamt bietet das Werk nicht nur Einsteigern einen hervorragenden Überblick über das immer komplexer werdende Feld des Fundraisings, sondern dient mit Sicherheit auch Kennern der Materie als Inspirationsquelle.

Freitag, Mai 16, 2014

U18 - Europawahl: Politisches Ehrenamt für Jugendliche

Heute findet die U18-Europawahl statt. Viele Ehrenamtliche unterstützen diese Aktion zur politischen Motivierung von Jugendlichen. Hier einige Infos zu dieser Wahl: 


U18 goes Europe - Am 16. Mai 2014!

Im Mai 2014 wird zum achten Mal das Europäische Parlament demokratisch gewählt. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren können hier nicht mitbestimmen. U18 möchte darum einen Beitrag leisten, um jungen Menschen die Möglichkeit der Meinungsäußerung zu geben und ihnen den Einfluss der europäischen Demokratie auf ihr Leben zu verdeutlichen. Denn europäische Themen bestimmen jetzt und zukünftig die Lebenswirklichkeit von jungen Europäer/-innen entscheidend mit.

Die U18-Wahl
Ziel und Höhepunkt von "U18 goes Europe" ist eine Kinder- und Jugendwahl am 16. Mai 2014, die bundesweit stattfinden wird. Besonderes Highlight: Die Bundesländer Berlin und Brandenburg kooperieren mit europäischen Partnerstädten in Frankreich, Spanien und Polen, damit auch dort junge Menschen an der U18-Wahl teilnehmen und ihre Stimme öffentlich machen. Entsprechend dem bisherigen Phasenmodell der U18-Wahl gibt es zur Vorbereitung politische Bildungsaktionen zur intensiven Beschäftigung mit der EU-Politik sowie mit den U18-Wahlergenbissen im Nachgang. Als Hauptplattform für die Vernetzung wird die Online-Plattform www.u18.org für die gesamte Umsetzung der Wahlen nutzbar gemacht.
Am Wahlabend gibt es für alle eine Wahlsendung zu sehen. Diese könnt ihr hier ab 18 Uhr live mitverfolgen.
Austausch zwischen Jugendlichen verschiedener europäischer Staaten
Im Rahmen der Vorbereitung auf den Wahltag soll ein Austausch zwischen Jugendlichen aus Berlin und anderen europäischen Städten angeregt werden. Hierzu ist ein Jugendaustausch geplant, zu dem junge Menschen aus den derzeitigen Partnerländern Frankreich, Spanien und Polen eingeladen werden. Es sollen politische Beteiligungsprojekte gezeigt werden, um Impulse für die Umsetzung von eigenen U18-Aktionen zu bekommen. Gemeinsam können auch beispielsweise Medienprojekte geplant werden. Zudem wird den jungen Menschen ein virtueller, online-gestützter Austausch zu Demokratie-Themen und europäischen Aktivitäten vor Ort ermöglicht.
Der Jugendaustausch wird zudem partizipativ geplant und die Programmgestaltung des Städteaustausches selbst bestimmt und gemeinsam konzipiert. Inhaltliches Ziel der Austauscharbeit ist es, sich über politische Gemeinsamkeiten/Verschiedenheiten, jugendliche Perspektiven auf Europa sowie Einfluss- und Beteiligungsmöglichkeiten auszutauschen. Darüber hinaus wird die Jugendbegegnung von einem Fachkräfteaustausch begleitet.
Ziele
Das Kinder- und Jugendwahlprojekt zur Europawahl verfolgt hauptsächlich folgende Ziele:
- junge Menschen für die Politik auf europäischer Ebener zu interessieren
- Politik für die Interessen von Kindern und Jugendlichen sensibilisieren, um ein
  kinder- und jugendgerechtes Europa zu schaffen
- den Gedanken einer Europäischen Gemeinschaft auf allen Ebenen zu
  bestärken
- Jugendliche für die Europäische Dimension ihres Lebensumfeldes zu
  sensibilisieren
Kontakt
U18 Europa bundesweit
c/o Kinder- und Jugendring Sachsen-Anhalt e.V.
Meike Achtel
Tel: (0391) 535 394 79
Fax: (0391) 597 95 38
Mail:europa@u18.org

Donnerstag, Mai 08, 2014

SCHÜLER HELFEN LEBEN

Vor 20 Jahren wurde Schüler Helfen Leben als Organisation von Schülern gegründet. Eine tolle Organisation mit einer interessanten Geschichte. Bevor die aber hier lange erzählt, gehen wir diesmal einen anderen Weg:

Film über 20 Jahre Schüler Helfen Leben

Was ist eigentlich Schüler Helfen Leben? Dieser Film beantwortet es! NJOY hat ihn anlässlich unseres 20. Geburtstags produziert. In neun Minuten wird die Geschichte Deutschlands größter jugendlicher Hilfsorganisation erzählt: Von den Anfängen während der Jugoslawienkriege über den jährlichen Sozialen Tag bis hin zu den heutigen Jugend- und Bildungsprojekten in Südosteuropa.
Film

Viel Spaß
Stephan Wagner

Freitag, März 28, 2014

Blog Nr. 400: Interview mit Oswald Menninger, Geschäftsführer des Paritätischen Landesverbandes in Berlin

Die Bedeutung des Ehrenamtes im Paritätischen in Berlin

Unser Ehrenamts-Blog schreibt seinen 400sten Beitrag. Wir haben viele Themen beleuchtet, viele Facetten von Ehrenamt vorstellen können. Zum Jubiläum treffe ich auf Oswald Menninger, den Geschäftsführer des PARITÄTISCHEN Landesverbandes Berlin e.V., welcher um die 700 Mitgliedsorganisationen in Berlin in seiner Mitgliedschaft hat und somit verbindet. Ich frage ihn nach seinen langjährigen Erfahrungen und nach der Bedeutung des Ehrenamtes für den Verband. Und es wird eine Reise zu den Herzen, zu den Wurzeln und zu den Hoffnungen. Aber lesen Sie selbst:

Welche Geschichten fallen Ihnen ein, wenn Sie an sich in Ihre Arbeit hier beim Paritätischen und das Thema Ehrenamt denken? Was hat Sie beeinflusst?
Ich komme ja aus einer Tradition der „Nach68er“ und bin dementsprechend politisiert worden. Daher waren miröffentliche Auszeichnungen oder Ehrungen vollkommen suspekt. Als ich dann hier im Verband praktisch erlebte, wie wichtig es für die Menschen ist, dass wir sie ehren und wahrnehmen für das was sie tun, habe ich mein Bild über diese Anerkennungen radikal geändert: heute finde ich diese Veranstaltungen toll und wir fördern das ausdrücklich. Unser Verband gibt unter anderem einen jährlichen Ehrenamtsbruch für 100 Ehrenamtliche, die Stimmung dort ist immer besonders schön. Bei einer ähnlichen Gelegenheit habe ich einmal eine beeindruckende Dame kennengelernt. Sie war damals um die 90Jahre alt und wir hatten ein so anregendes Gespräch – sie ist mir bis heute im Gedächtnis geblieben. Die Menschen sind das Beeindruckende am Ehrenamt.

Ja, Anerkennung ist ein ganz großes Thema – die gemeinsame Arbeit von Hauptamtlichen und Ehrenamtlichen ein anderes.Aus meiner Erfahrung gab und gibt es da immer wieder Schwierigkeiten, erlebten Sie das auch so?
Als wir im Verband  Mitte/Ende der 90er Jahre wieder angefangen haben, das Ehrenamt systematisch zu fördern und als genuinen Bestandteil  wohlfahrtspflegerischer Arbeit anzusehen, hat es viele kontroverse Diskussionen gegeben. Vor allem Hauptamtliche haben hinter der der Zielsetzung das Ehrenamt wieder zu pflegen, dem BürgerschaftlichenEngagement wieder zu seiner ursprünglichen Bedeutung zu verhelfen, eine neoliberale Sozialstaatsstrategie wahrgenommen, die dazu führen soll, dass professionelle Arbeit wieder von Ehrenamtlichen übernommen werden soll,um den Staat zu entlasten. Ja, das Land war und ist tatsächlich enorm überschuldet und wir hatten deshalb schwierigeDebatten. Ich habe aber immer dagegen gehalten mit dem Argument: Ehrenamt kann nie Ersatz für professionelle Dienstleistungen sein. Aber ich will nicht in einer Gesellschaft leben in der alle Probleme ausschließlich professionell bewältigt werden.

Menschen sollen ihre Umgebung wahrnehmen und sichumeinander kümmern?
Genau. Ich komme vom Land mit nicht einfachen aber doch recht intakten Strukturen, wo Menschen in der Not füreinander da sind. Das hab ich im Leben selbst für mich praktiziert. So habe ich jahrelang eine alte Frau, als es noch keine Pflegeversicherung gab, die unter mir im Keller wohnteunterstützt. Das war die letzte Kellerbewohnerin in Kreuzberg Ende der 70er Jahre.
Anfangs war es z.B. nur Hilfe beim Einkauf, aber dann wurde sie älter und konnte ihren Haushalt nicht mehr selbst organisieren. Damals war ich Student und für mich war es selbstverständlich, mich regelmäßig um sie zu kümmern, denn es gab noch keine Sozialstationen. Sie wohnte ja unter mir.
Und dieses Bild, dass man für andere Sorge trägt, habe ich auch im Verband verfolgt. Gerade wo doch die Wohlfahrtspflege ihre Wurzeln in der Ehrenamtlichkeit hat und nicht in der Hauptamtlichkeit. So war es mir wichtig, dass beides zusammen funktionieren muss. Professionelle Dienstleitungen und ein Netzwerk an nachbarschaftlicher Unterstützung, an Selbsthilfe damit die Gesellschaft zusammenhält.

Kommt durch Ehrenamt sozusagen wieder die Gesellschaft mit an den Tisch der Professionellen?
Ja. Und das ist wichtig. Es gab immer Menschen, die sich ehrenamtlich um die Lösung von aktuellen Problemen gekümmert haben. Erst ab einem gewissen Punkt kam der Staat auf den Plan und es entstanden professionelle Hilfen. Das letzte große Beispiel dafür war die Pflegeversicherung von 1995, aber so war es auch u.a. bei der Hospizbewegung in den 90ern, in der Behindertenhilfe in den 60er/70er Jahren: die Vorreiter großer Reformen waren engagierte Menschen, die den Staat in die Pflicht genommen haben. Die neuste Entwicklung sind die Schulfördervereine. Hier wird aus einer Problemwahrnehmung heraus durch zunächst engagierte Eltern aber auch durch Lehrer eine Reform vorangebracht. Schulen sollen wieder besser werden und diese notwendigeEntwicklung wird durch Engagement beeinflusst. Solche Beispiele gibt es noch viele.

Ich weiß aus eigener Erfahrungdass es bei solchen Prozessen natürlich zu starken Reibungen kommt. Hier höre ich dann oft, dass die Ansprüche der  Menschen an Qualität enorm gestiegen sind. Die Latte hängt hoch. Und das kollidiertgleichzeitig noch mit dem Fachkräftemangel. Soll uns jetzt das Ehrenamt retten?
Nein das sehe ich anders: das Ehrenamt sorgt dafür, dass wir die Diskurse bekommen in denen die verschiedenen Aspekte der Erwartungen an Einrichtungen der Daseinsvorsorgevernünftig geklärt werden und im Diskurs sinnvolle Regelungen gefunden werden. Wenn der Staat allein mit seinen bürokratischen Lösungsmustern eher einseitige Sichtweisen zum Maßstab nimmt, bietet das Bürgerschaftliche Engagement die Möglichkeit, sich mit diesen Lösungsmustern konstruktiv auseinanderzusetzen, um noch bessere Lösungen zu entwickeln.

Engagement als Realitätsabgleich?
Ja, die Menschen finden dadurch ein Sprachrohr um Ihre Interessen  in der Organisation der Hilfen einbringen zu können. Aus staatlicher und professioneller Sicht ist dasnatürlich anstrengend, weil sich mit mehr Interessenauseinandergesetzt werden muss. Aber sie haben ja auch eine Aufgabe zu erfüllen.

Gesellschaft verändert sich schnell. Organisationen haben mehr und mehr Probleme, wenn sie ihre Vorstandsposten zufriedenstellend besetzen wollen. Wie können soziale Organisationen für die nächste Generation attraktiv bleiben?
Da sehe ich gar nicht so viele Probleme, wenn wir auf dem Weg der Transparenz bleiben. Das ist so eine Art Zauberformel aber auch eine sinnvolle Anforderung an gemeinnützige Organisationen, dass sie das was sie tun auch transparent vermitteln können;  bis hin zur wirtschaftlichen Transparenz. Wenn man sich nicht abschottet, sondern mit dem Umfeld kommuniziert, dann kann man auch immer wieder Menschen finden, die sich dafür interessieren lassen, sich in der jeweiligen Organisation zu engagieren. Wir sollten den Blick aus dem eigenen sozialen Umfeld in andere gesellschaftliche Kreise richten, um dort Menschen zu finden, die bestens für Vorstands- und somit Führungsaufgaben geeignet sind. Im Feld der Wirtschaft sind Menschen, die gut führen können und die heute auch zunehmend bereit sind, sich zu engagieren. Denen müssen wir vermitteln, wie sinnvoll dies ist. Das gibt natürlich auch Konflikte, weil eine gemeinnützige Organisation nicht spiegelbildlich so funktioniert wie einWirtschaftsunternehmen. Ideelle Zwecke müssen erfüllt werden und Geld ist nur Mittel zur Zweckerfüllung und nicht der eigentliche Zweck. Gemeinnützige Organisationen lassen sich auch nicht so einfach hierarchisch führen wie manches Wirtschaftsunternehmen. Da braucht es entsprechende Lern- und Anpassungsprozesse. Dabei können beide Seiten voneinander lernen.

Nimmt die Sehnsucht nach sozialem Engagement in unserer beschleunigten Welt wieder zu? Gerade heute, wo man mit Geld alles kaufen kann, gibt es da wieder das Hin zu den Dingen, die man eben nicht mit Geld bekommen kann?
Sozialen Zusammenhang kann man nicht mit Geld kaufen. Sozialer Zusammenhang entsteht dann, wenn sich Individuen und gesellschaftliche Gruppen aus den Sektoren Staat, Wirtschaft und Non-Profit-Bereich austauschen. Wir arbeiten mit zwei Organisationen zusammen, die in Berlin ein aus England stammendes Konzept verwirklichen, das mittleres Führungspersonal aus allen 3 Sektoren verbindet und sie sich im Rahmen ihres Programms mit aktuellen gesellschaftlichen Problemen beschäftigen. Wir haben mittlerweile schon über 20 Stipendiaten finanziert, also Teilnehmende an dem Programm aus unseren Mitgliedsorganisationen. Die kommen alle hellauf begeistert zurück. Mir war immer wichtig, dass die abgeschottete Blickrichtung der Wohlfahrtspflege nach außenaufgebrochen und über den eigenen Tellerrand hinausgeschaut wird. Durch die Einbindung des Ehrenamts in unseren Organisationen folgt eine Öffnung nach außen und die halte ich für eminent wichtig. Und für Menschen außerhalb unseres Sektors ist es wichtig zu erkennen warum, es diese Hilfen braucht, gerade wenn man selbst nicht hilfsbedürftig ist.

Das heißt Ehrenamt bringt menschliche Qualität in die Gesellschaft?
Das würde ich immer unterstreichen. So entsteht doch dergesellschaftliche Zusammenhalt.

Und wenn Ehrenamt so eminent ist, was können wir tun, was die Monetarisierung und somit die stückweise Untergrabung des Bereiches betrifft?
Wir müssen bei dem Grundsatz bleiben: Ehrenamt ist unbezahlte Arbeit.  Ehrenamt ist freiwillig. Natürlich soll Aufwandsentschädigung gezahlt werden, keiner soll für Ehrenamt noch Geld mitbringen müssen. Deswegen machen wir als Verband die Kooperation mit der BVG und S-Bahn, wo in diesem Jahr 12.000 kostenlose Einzelfahrscheine an Ehrenamtliche verteilt werden und über unsere Stiftung stellen wir jährlich 1000 Monatsfahrkarten kostenlos zur Verfügung.Dass aber das Ehrenamt unter der Hand zu bezahlter Tätigkeit wird, lehne ich klar ab. Nichts destotrotz soll es den Bundesfreiwilligendienst geben, wo  Taschengeld gezahlt wird, weil der Dienst nicht das Ehrenamt dominiert sondern einen Randbereich darstellt. Er hat wie das Freiwillige Soziale Jahr andere Zielgruppen und dient anderen Zwecken, wie zum Beispiel der Berufsorientierung. Hier können wir mit einer Teilbezahlung leben. Diese Dienste sind eine Form von gesellschaftlicher Beteiligung, bei denen man sich ja auch verpflichtet zu einer festen Anzahl von Stunden.

Deswegen ist es meiner Meinung nach sehr sinnvoll, diese Form beim Namen zu nennenDienst.
Ich selbst kenne Organisationen, die die „Büchse der Pandora“ geöffnet haben, weil sie Aufwandentschädigung stundenweise abrechnen und nur schwerlich Ehrenamtliche finden, die sich nun ohne Geld engagieren. Da ist auch Konkurrenz um Engagierte im Spiel und Personalnot. Was tun?
Wir müssen als Verband die entsprechenden Differenzierungen durchhalten. Nur von Ehrenamt reden, wenn es echtes Ehrenamt ist und die anderen Formen von Unterstützung nutzen aber nicht vermischen. Ich würde empfehlen, geringfügige Beschäftigung auch als solches zu benennen. Wir empfehlen unseren Einrichtungen, dass wenn sie Geld bezahlen, und das ist nichts illegitimes, diese Leute nicht als Ehrenamtliche führen. Ich denke, gerade ältere Menschen, die von ihrer Rente allein kaum leben können, können sich mit 400€-Jobs sehr hilfreich betätigen und sich damit den Lebensunterhalt aufbessern.

Wenn Sie persönlich mehr Zeit hätten, welches Ehrenamt würden Sie gern ausüben?
Ich habe zwei Bilder im Kopf: ich denke einerseits schon länger drüber nach, mich im Alpenverein zu engagieren. Ich gehe gern Bergwandern und könnte mir vorstellen, auf einer Hütte zum Beispiel eine ganze Saison quasi ehrenamtlich mitzuarbeiten. Oder auf einer Alm zu helfen. Das andere ist die Idee, Kinder für gutes Essen zu begeistern also in Schulen oder Kitas zu kochen. Das könnte ich mir auch gut vorstellen.Aber dazu habe ich im Augenblick leider keine Zeit.

Ich danke herzlich für das  Gespräch.

Beate Häring